Berufsschule für Engagement gegen Rassismus ausgezeichnet

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Applaus für Courage im Kampf gegen Mobbing, Rassismus, Sexismus und Homophobie: Die Schülersprecher freuen sich über die Verleihung des Siegels durch Wolfgang Brust (links) von der Landeskoordinierungsstelle.

Lüdenscheid - Der Chor der Berufsschüler singt ein Lied der Punkband „Die Ärzte“. Darin geht es um einen dummen Neonazi. Der Refrain beginnt mit dem Wort „Arschloch“. Damit ist die Haltung der jungen Leute klar – und gleichzeitig der Grund für den Anlass der Feierstunde.

Das Gertrud-Bäumer-Berufskolleg (GBBK) ist nun Träger des Siegels „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, als 2581. Einrichtung bundesweit. 

Die Auszeichnung geht auf eine Schülerinitiative zurück. Zusammen mit ihren Verbindungslehrern Christina Zapf und Sebastian Pohlmann hat sich die SV um ihre Vorsitzenden Viktoria Schuh und Florian Schleicher etwa ein Jahr lang bemüht, die Voraussetzungen zu erfüllen, das begehrte Siegel verliehen zu bekommen. 

Mehr als 70 Prozent aller am Leben der Schule Beteiligten müssen sich dafür mit ihrer Unterschrift unter anderem dazu verpflichten, aktiv gegen Diskriminierung vorzugehen und jährlich an einem Projekt für mehr Vielfalt an der Schule teilzunehmen. 

Gegen "asoziale und radikale Minderheit"

Wie Viktoria Schuh sagt, geht es dabei ausdrücklich auch um den Kampf gegen Mobbing, Sexismus oder Homophobie. Die Jahrgangsstufen zeigen einen selbst gedrehten Film zum Thema, es gibt Musik dazu, Auftritte von Schülern, die die Gäste der Feierstunde in ihren jeweiligen Muttersprachen begrüßen. 

Es gibt eine Festrede, in der der stellvertretende Landrat Detlef Seidel die „asoziale und radikale Minderheit“ anprangert und dazu aufruft, nicht zuzulassen, „dass die bestimmt, wer sich hier frei entfalten darf“. Ex-Schülersprecher Malte Willms, der im März dieses Jahres den Widerstand gegen die Abschiebung zweier armenischer Mitschüler erfolgreich organisiert hat, ist extra vorbeigekommen.

Und es gibt Dankesworte der Schulleiterin Ursula Wortmann-Mielke, die „außerordentlich stolz“ auf das Erreichte ist, wie sie sagt. „Machen wir uns also weiter auf den Weg!“ Dazu ein Grußwort von Manfred Uhl von Radio MK, das die Patenschaft für die Initiative übernommen hat. 

„Ihr wisst alles zu diesem Thema“

Wichtigster Gast ist Wolfgang Brust von der Landeskoordinierungsstelle, die das rasant wachsende Netzwerk von Schulen ohne Rassismus in NRW managt und Materialien, Informationen und Fortbildungen anbietet. 

„Ich bin platt!“, ruft er den lachenden Schülern zu. Sein Redemanuskript habe er „über Bord geschmissen“, sagt der pensionierte Pädagoge, denn: „Ihr wisst alles zu diesem Thema.“ 

Die Auszeichnung geht gleichzeitig an den Teilstandort Plettenberg des GBBK.

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