Fast 60 Jahre: Dank an treue Mieterin

Fast 60 Jahre lang lebte Anna Wolter an der Glatzer Straße 33. Im April musste sie nach einem Sturz ins Johanniter-Seniorenhaus umziehen. Ihre ehemalige Vermieterin Sarina Koutsantas bedankte sich für ihre langjährige Treue. - Fotos: Kannapin

Lüdenscheid - Im kommenden Jahr wären es 60 Jahre gewesen. Doch ein Sturz machte den Umzug in das Johanniter-Seniorenhaus nötig. 59 Jahre lang lebte Anna Wolter im Mehrfamilienhaus mit der Hausnummer 33 an der Glatzer Straße, bevor sie im April umzog. Für die jahrzehntelange Treue von Anna Wolter und ihrem Mann Herbert bedankte sich jetzt Sarina Koutsantas, die das Haus an der Glatzer Straße 1992 kaufte.

„Das war immer ein supertolles Miteinander und es gibt nichts zu meckern. Wir sind super klar gekommen“, erzählt Koutsantas, die selbst in dem Sechs-Parteien-Haus wohnt.

Als Anna Wolter mit ihrem Ehemann 1956 in das Mietshaus zog, beherbergte das Gebäude deutlich mehr Personen. „Damals gab es zehn Wohnungen in dem Haus“, erinnert sich die heute 87-Jährige. Viele Häuser gab es dort zu der Zeit noch nicht. Die Familie Wolter lebte zunächst acht Jahre lang im Dachgeschoss, zog später in eine größere Wohnung in den unteren Etagen. Die Wohngegend fand Anna Wolter immer so toll, dass ein Umzug viele Jahre nicht in Frage kam. „Die Kinder sind so gut aufgewachsen da. Und wir hatten ja alles vor Ort“, sagt Wolter. Im Laufe der Jahre wurde gegenüber ein Geschäftshaus gebaut. „Da war ein Metzger drin, ein Bäcker und sogar eine Drogerie. Einen Edeka-Markt gab es auch noch“, zählt die Lüdenscheiderin auf, die ursprünglich aus Ostpreußen stammt.

„Herbert und Anna Wolter waren die guten Seelen des Hauses“, sagt Sarina Koutsantas, die ihrer langjährigen Mieterin einen Blumenstrauß als Dankeschön mitgebracht hat. „Frau Wolter hat sich immer um den Vorgarten gekümmert.“ Da habe sie sich wohl gefühlt, bestätigt die alte Dame.

Erst im Alter dachte Anna Wolter darüber nach, in eine seniorengerechte Wohnung zu ziehen. „Aber ich hätte meinen Mann nie rausgekriegt“, sagt sie mit einem Lächeln, und Sarina Koutsantas ergänzt: „Die beiden gehörten zum Inventar.“

Doch am 1. Januar verstarb ihr Ehemann und als nächsten Schicksalsschlag musste Anna Wolter kurz darauf einen schweren Sturz verkraften. Zur Genesung wurde sie im Johanniter-Seniorenhaus zur Kurzzeitpflege aufgenommen.

Das Seniorenhaus wurde schließlich zu ihrem neuen Zuhauses, als sich Anna Wolter entschloss, ihre Wohnung an der Glatzer Straße aufzugeben und ganz in die Einrichtung zu ziehen. Sarina Koutsantas verspricht: „Wir kommen uns aber immer besuchen!“

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