Fast drei Millionen Euro für Kanalbau

Kanalbau an der Altenaer Straße. Foto: Nougrigat

Lüdenscheid - Mit enormem technischen Aufwand und einer Investitionssumme von 2,75 Millionen Euro geht der Stadtentwässerungsbetrieb in diesem Jahr an den Neubau und an die Sanierung des vorhandenen Kanalsystems.

Weitere 400 000 Euro fließen in den Reparaturbetrieb an Schächten und anderen Bauwerken, außerdem 150 000 Euro in die Gewässerunterhaltung.

Wo es irgend gehe, versuche man, ohne gewaltige Baugruben auszukommen, um die Beeinträchtigung für Anlieger und Autofahrer gering zu halten, sagt Johannes Irle, zuständig für derartige Maßnahmen beim SEL.

Grabenlos an der Talstraße

Der technische Fortschritt ermöglicht es beispielsweise in der Talstraße, auf mehr als 100 Metern im sogenannten Kurzrohrverfahren grabenlos zu arbeiten, ohne in die Fahrspur Richtung Bräuckenkreuz einzugreifen. Bundesweit einzigartig in Technik und Umfang ist auch die Sanierung des Kanalgewölbes in der Altenaer Straße, die allerdings durch einen Gewitterregen im Juni letzten Jahres auf den Ausgangsstand zurückgeworfen wurde.

Einschränkungen zu erwarten sind auf jeden Fall in der Altstadt. Der alte Sammler in der Corneliusstraße ist marode und wird in offener Bauweise ausgetauscht bis zur Einmündung der Kerksigstraße. Dazu müsse die Straße abschnittweise gesperrt werden. Die Zugänglichkeit für Anwohner müsse dabei erhalten bleiben. Eine Reihe von Parkplätzen fällt aber zwischenzeitlich weg. „Die Baustelle ist nicht einfach“, ahnt Irle bereits, weil auch kaum Platz zum Lagern von Material vorhanden sei.

Technisch ausgesprochen interessant wird es auf MVG-Gelände, wo die Erweiterung des Betriebshofs ansteht. Der Kanal liegt dort bis zu sechs Meter tief und ist nicht ausreichend dimensioniert. Zum Einsatz kommt dort das sogenannte Press-Berst-Verfahren. Im Klartext: Mit 200 Tonnen Zugkraft und 100 bis 150 Tonnen Druck von der anderen Seite wird ein Bohrkopf durch das alte Steinzeugrohr gedrückt. Das alte Material und das Erdreich wird auf diese Weise verdrängt, um Platz für ein dickeres Rohr zu schaffen.

Erneut auf der Tagesordnung des SEL steht die „hydraulische Entlastung“ des Sammlers Teutonenstraße. Neu geschaffen wird dafür eine Verrohrung zum Markomannenweg, die auch den Oenekinger Weg kreuzt. Im vergangenen Jahr hatte sich kein Unternehmen gefunden, das sich daran herangetraut hatte, weil die Bodenverhältnisse im Vorfeld schlecht abzuschätzen sind und der Platz zum Aufstellen schweren Geräts fehlt. Im Ergebnis rollen nun doch Bagger an, und die Stadtwerke verlegen vorübergehend ihre Versorgungsleitungen für Brügge.

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