Kinderschutzbund-Geschäftsführerin Paula Honkanen-Schoberth referiert im Bürgerforum und gibt Tipps für das familiäre Alltagsleben

Famo-Vortrag: Erziehung zwischen Magie und Ernüchterung

Rund 30 Besucher waren bei der Veranstaltung im Bürgerforum mit von der Partie – und erlebten dabei einen Abend zwischen Nachdenklichkeit und Heiterkeit. - Fotos: Schmidt

Lüdenscheid - Das Thema füllt Bücher und bietet Theoretikern wie Praktikern ein schier unendliches Betätigungsfeld – kein Zweifel, die Kindererziehung ist ein zentraler Teil der Menschheitsgeschichte. Und über die richtigen Konzepte einer gelungenen Erziehung diskutieren Eltern und Pädagogen auch in der Gegenwart munter.

Nur logisch daher, dass das Thema auch im Zuge des Familienmonats eine Rolle spielt. So wie jetzt bei einem Vortragsabend im Bürgerforum. Eingeladen zu der Veranstaltung hatte der Lüdenscheider Kinderschutzbund (KSB). Rund 30 Besucher waren mit von der Partie.

Am Mikrofon stand an diesem Abend mit Paula Honkanen-Schoberth eine prominente Referentin – die gebürtige Finnin agiert in Berlin als Geschäftsführerin des Deutschen Kinderschutzbundes. Sie bot dem Publikum einen ebenso nachdenklichen wie humorvollen Vortrag. Dessen Titel: „Starke Kinder brauchen starke Eltern – Magische Erziehungstipps“.

Honkanen-Schoberth empfahl dabei quasi einen Erziehungsstil zwischen Autorität und Antiautorität. Ihre Grunderkenntnis: „Eltern verspüren meist Gefühle zwischen Glück, Verzweiflung und Unsicherheit.“ Ob ihre Erziehungstipps tatsächlich magische Wirkung entfalten, mag sich wohl erst in der Praxis zeigen. Plausibel klangen die Ratschläge für das Publikum allemal. Und unterhaltsam auch. Hier ein Überblick:

Stichwort Aufmerksamkeit. Den Kindern wirklich zuzuhören, hält Honkanen-Schoberth für einen elementaren Erziehungstipp: „Zuhören und gezieltes Nachfragen sind zentral für Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl der Kinder. Kombiniert mit der Suche nach gemeinsamen Lösungen kann das Wunder wirken.“

Stichwort positive Motivation: Honkanen-Schoberths Feststellung: „Sprache schafft Wirklichkeit“. Soll heißen: Wer als Kind von seinen Eltern immer wieder hört, er sei langsam oder doof, wird es irgendwann auch glauben. „Es droht ein dauerhaftes Abstempeln“, so Honkanen-Schoberth. Die KSB-Frau empfiehlt daher, Negativ-Attribute zu vermeiden und auf positive Wortwahl bei der Motivation zu setzen. Etwa so: „Toll, du hast ja schon eine Socke an, dann schaffst du die andere auch noch.“

Stichwort Elternwut. Zu der kann es im Eifer des Gefechts schnell kommen. Um ein komplettes Ausrasten zu verhindern, rät Honkanen-Schoberth dazu, rechtzeitig einen „Notausgang“ zu nehmen: „Das kann etwa ein Spaziergang sein. Sie sollten aber den Kindern vermitteln, dass Sie wiederkommen.“

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