Lüdenscheider Aktion von A bis Z

Famo-Organisator: "Es hat sich gelohnt" - Eine Bilanz

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Glanzvoller Start in vier aufregende Wochen: Hunderte Kinder lassen zum Famo-Auftakt auf dem Sternplatz Luftballons steigen – ein farbenfrohes Bild mit Symbolcharakter.

LÜDENSCHEID - „Die Arbeit hat sich am Ende wirklich gelohnt.“ Das ist das Fazit von Famo-Initiator Willi Denecke nach vier aufregenden Wochen des Familienmonats. Hier hält Willi Denecke Rückschau auf den Famo in Stichworten von A wie „Ausstellung“ bis Z wie „Zukunft".

Denecke berichtet über Höhepunkte der Veranstaltungsreihe ebenso wie über kleine Kuriositäten am Rande. Denecke unterstreicht dabei den Gedanken des Famo als „Schaufenster“ für familienbezogene Aktivitäten. Vor allem aber betont er dass „nach dem Famo vor dem Famo“ ist. Wie die genaue Konzeption für die Zukunft aussieht und welche einzelnen Projekte ins Visier genommen werden sollen, dass will der Famo-Förderverein bis März nächsten Jahres klären.

Ausstellung

Zum Famo-Sonderressort

Die Ausstellung „Ganz privat – Familie“ läuft ja noch bis zum 13. Januar. Gehen Sie hin! Schauen Sie sich die Ausstellung an! Besonders beeindruckt war ich von Eva Bertrams Bilderserie „2 Ein Kind“, in der sie ihre Tochter über einen Zeitraum von elf Jahren fotografiert hat. Stark angesprochen hat mich auch die Arbeit von Nan Goldin. Sie hat eindrucksvoll gezeigt, dass auch gute Freunde „Familie“ sein können. Wir haben übrigens bereits erste Gespräche geführt, um aus „Ganz privat – Familie“ eine Wanderausstellung in ganz Deutschland zu machen.

Bewirtung

Die Fachgroßhandlung Rolf Linnepe war von der Kick-Off-Veranstaltung bis zum Finale unser Getränkelieferant – ebenso die Fleischerei Geier. Sie hat nicht nur das wunderbare Büfett bei der Eröffnung bereitgestellt und beim Finale Bratwürstchen angeboten. Toll fand ich auch, dass sie am Tag vor und bei der Eröffnung alle Künster und die Techniker mit Essen versorgt hat. Beiden Familienunternehmen danke ich ganz herzlich, denn sie haben uns mit Sachleistungen durchaus kräftig bezuschusst.

Christliche Zeltaktion

Die Zeltaktion der Lüdenscheider Jugendallianz auf dem Sternplatz hat mich sehr angenehm überrascht. Es war dort immer etwas los. Ein Riesenerfolg! Die Mitarbeiter der diversen christlichen Jugendträger haben sich wirklich eine Menge einfallen lassen und konnten sich über viele neue Gesichter unter den Besuchern freuen.

Dieter Dzewas

Der Bürgermeister war für uns wirklich ein Bilderbuch-Schirmherr während der gesamten Aktion. Er hat uns blendend unterstützt und stand uns immer mit Rat und Tat zur Seite. Wenn etwas kurzfristig zu klären oder zu organisieren war, hat er sofort zum Telefon gegriffen. Das hat mich sehr beeindruckt, weil ich es nicht für selbstverständlich halte.

Enttäuschungen

Sowohl bei der Eröffnung als auch beim Famo-Finale waren trotz persönlicher Einladung höchstens 20 bis 25 Prozent der Mitglieder des Stadtrats anwesend. Auch sonst habe ich von den meisten von ihnen niemals etwas gesehen oder gehört – noch nicht einmal freundliche Absagen. Warum interessieren sie sich nicht für eine solch wichtige und zukunftsträchtige Aktion? Bei allem Verständnis für andere Verpflichtungen: Das war ganz schön schwach!

Famo-Helfer

Einfach jeder Helfer hat ein dickes Dankeschön verdient. Ganz besonders erwähnen möchte ich aber die ehrenamtlichen Famo-Fahrer, welche die Famo-Pakete zu mehr als 8000 Lüdenscheider Familien gebracht haben. Dies sind von der Ehrenamtbörse Herr Raschu, Frau Delbeke, Frau Kaußner, Frau Konetzko, Herr Haase, Herr Hoffmann, Herr Dr. Wurster, Frau und Herr Behle, Herr Stechbarth, Frau Vedder. Als Privatleute waren Günter Nyenhuis, Manfred Lindner, Konrad Krüger und Bernd-Jürgen Kaiser dabei. Von den Johannitern halfen Guido Weber, Silke Ykseloglu, Klaus Hartmann und Bernd Shelver. Das Team komplettierten Christina Kaiser und Paul Wunderlich vom STL sowie Lothar Geyer von Kraft Verpackungen. Sie alle haben viele Stunden ihrer Zeit geopfert, und ohne sie hätte Famo nicht funktionieren können.

Geldgeber

Einer der Höhepunkte des Famo: NRW-Familienministerin Ute Schäfer trägt sich in das Goldene Buch der Stadt ein; links im Bild Famo-Initiator Willi Denecke und rechts Bürgermeister Dieter Dzewas.

Keine Frage: Ohne unsere Sponsoren hätte es keinen Famo gegeben. Ihre Unterstützung war nicht selbstverständlich. Ich danke ganz herzlich: AOK Nordwest, Bergfeld & Partner, Berglandklinik, Brandt Zwieback und Schokoladen GmbH, Bubert Friseurbetriebe GmbH, Enervie/Stadtwerke Lüdenscheid GmbH, Fleischerei Geier, Gartencenter Kremer, Hotset, Hussel GmbH, IKK classic, Julius vom Hofe GmbH & Co. KG, Jungkurth Elektro GmbH, Bäckerei Kayser, Klotz GmbH & Co. KG, Kraft Verpackungen, L’Oréal Professionel, Rolf Linnepe Getränke-Fachgroßhandlung, Livesound Music, LVM Versicherungen, Märkisches Seniorenzentrum, Interessengemeinschaft der Markthändler, Mercedes Jürgens, Metoba, Autohaus Gebrüder Nolte, per se!, Rothmann Immobilien, Architekturbüro Sager, Saturn Lüdenscheid, Schloss Neuenhof, Schrauben Betzer, Schulte Elektrotechnik, Sieper Werke GmbH, SinnLeffers, Möbelhaus Sonneborn, Sparkasse Lüdenscheid, Stern-Center, Strodel & Jäger, Swissmetal Lüdenscheid GmbH, Thomas & Christina Rücker, Ingo Vogler, Wachschutz WKS GmbH, WEMA, Zahnarztpraxis Buchheister, Zimmermann Investment, Seltmann Druckereibetriebe, David & Goliath, Schubidu, Jan Denecke Medien, Lüdenscheider Nachrichten, Radio MK, Stadt Lüdenscheid.

Händler

39 Einzelhändler haben sich zusammengetan und die Famo-Stadtrallye auf die Beine gestellt, sich dabei viel einfallen lasssen. Die Rallye ist sensationell gut gelaufen und hat den Händlern tatsächlich auch viele neue Besucher in ihre Geschäfte gebracht. Schon jetzt gibt es den Wunsch, die Stadtrallye zu wiederholen.

Internet-Kritiker

Im Internet gab es einige sehr unsachliche und unfaire Kritiken – leider anonym. Ich biete jedem, der meint, bei Famo sei nicht alles mit rechten Dingen zugegangen, ein persönliches Gespräch an.

Jenny Müller

Jenny Müller steht beispielhaft für den engsten Famo-Helferkreis. Sie hat als meine Projekt-Assistentin beispielsweise Sponsorentermine gemacht, Protokolle und To-Do-Listen geschrieben. Nennen möchte ich aber auch Werner Giet, der uns im Rathaus mit viel persönlichem Engagement alle Wege zu Entscheidungsträgern geöffnet hat. Karina Reitz hat die Finanzen und Sponsorengelder im Griff. Auf sie wartet jetzt, wenn die Rechnungen eintrudeln, noch viel Arbeit. Mein Schwager Rudi Bühl war für die komplette Logistik zuständig. Er strukturierte die 8300 Familien-Adressen und arbeitete die Paketfahrer-Touren aus. Mit zum engsten Team gehörten zudem Matthias Czech, Frank Seltmann, Marco Köhler, Maike Förster und Jan Denecke.

Kremer

Das Gartencenter Kremer, das Möbelhaus Sonneborn, die Werbeagentur David & Goliath sowie die Druckerei Seltmann waren unsere Hauptsponsoren. Margot Sonneborn hat sich besonders um den Zusammenschluss der 39 Einzelhändler verdient gemacht. Alexander Kremer hat versprochen, dass für ihn der Famo mit dem Famo-Finale noch lange nicht beendet ist. Matthias Czech und sein Agenturteam waren unsere kreativen Köpfe, die auch kurzfristig das Unmögliche möglich machten. Frank Seltmann schließlich hat nicht nur alle Druck-Projekte erledigt, sondern auch den Anstoß zu einer wissenschaftlichen Nachbetrachtung des Famo gegeben.

Lüdenscheider Nachrichten

Besser geht’s gar nicht. Eine wunderbare Zusammenarbeit! Bezeichnend ist das Lob von Familienministerin Ute Schäfer für die sehr gute Famo-Darstellung in der Öffentlichkeit.

Märkische Werkstätten

Unter dem Dach des Johanneswerks haben die Märkischen Werkstätten mit ihrer Integra die Famo-Pakete gepackt sowie die über 800 T-Shirts etc. für die Famo-Fahrer und -Helfer sowie den Mehrgenerationenchor bedruckt. Ihr Gartenbaubetrieb hat die Pflanzaktion im Familienwald umgesetzt und uns sehr intensiv beim Finale unterstützt. Ganz besonders danke ich hier Sascha John und Markus Fischer von der Integra sowie Nina Lührs und Steven Gall vom Gartenbaubetrieb.

Naturschützer

Schade, dass der Förderverein Naturschutz MK nicht mit ins Boot gestiegen ist. Der Famo--Förderverein und die Naturschützer haben doch eigentlich dieselbe Philosophie. Ich wünsche mir, dass wir jetzt mit den Naturschützern gemeinsam nach vorne schauen und etwas für alle Lüdenscheider auf die Beine stellen.

Organisationspannen

Ganz ohne Pannen geht’s natürlich nicht. Die Firma Brandt hatte zum Beispiel wegen einer Kommunikationspanne zunächst zu wenig Zwieback geliefert, konnte das aber kurzfristig korrigieren. Und Matthias Czech stand bei der Famo-Eröffnung auf dem Rathausdach, um die Luftballon-Aktion zu filmen. Ungünstig war nur, dass der Akku seiner Videokamera leer war.

Panzerhallen

Ich wünsche mir, dass wir die Panzerhallen im Stilleking mittelfristig zu einem Ort der Begegnung mit der Natur für Kindergärten und Schulklassen machen. In diesem „Natur-Haus“ sollten Veranstaltungen stattfinden. Es könnte ein Lehrbienenstand errichtet werden und die heimische Pflanzenwelt plastisch erklärt werden.

Quantität

130 Veranstaltungen gab es während der Famo-Wochen. Wir werden nun darüber nachdenken, ob weniger auch mehr sein kann. Allerdings sollte der 1. Famo ausdrücklich ein Schaufenster für alle Aktivitäten in Lüdenscheid rund um das Thema Familie sein also natürlich auch für die bereits bestehenden. Da gibt es ja schon viele tolle Angebote, die aber viel zu wenig bekannt waren. Deren Macher haben mir bestätigt, dass sie während des Famo viele neue Interessenten begrüßen konnten. Das war ja auch der Sinn der Sache. Sie sind enger zusammengerückt, haben untereinander ein Netzwerk geknüpft und wissen jetzt einfach mehr voneinander. Übrigens hat in den von uns ausgegebenen Befragungsbögen bisher jeder Veranstalter versichert, dass er beim nächsten Mal wieder dabeisein möchte. Natürlich müssen wir beim nächsten Mal verstärkt darauf achten, dass möglichst wenig gleichartige Veranstaltungen gleichzeitig stattfinden. Einen „Kannibalisierungseffekt“, wie wir ihn diesmal noch in einigen Fällen hatten, darf es nicht wieder geben.

Risiko

Es war sicherlich ein gewisses Risiko, ein solches Projekt zu starten. Aber ich kann nur sagen: Es hat sich gelohnt!

Steuergelder

Ein Vorwurf, der in Internet-Kommentaren zu lesen war: der Famo werde durch Steuergelder finanziert. Das ist kompletter Blödsinn. Wir haben keinen Cent von der Stadt und vom Staat bekommen. Die Famo-Einnahmen resultieren zu 100 Prozent aus privaten Spenden.

Top-Veranstaltungen

Besonders beeindruckt haben mich der Filmabend zum Thema Demenz, der Auftritt von Atze aus Berlin vor vielen hundert begeisterten Kindern im Kulturhaus, die Veranstaltung der Lebenshilfe zum Thema behinderte Kinder, die Siku-Malaktion im Stern-Center und das Mega-Memory. Sehr viel Spaß gemacht haben natürlich auch die Eröffnungs- und die Schlussveranstaltung.

Unfall

Vor dem Altstadtfest wollte ich schnell noch Famo-Infomaterial zum Graf-Engelbert-Platz schaffen. Auf der Kölner Straße musste eine Frau vor mir bremsen, weil ein Fußgänger vor ihr Auto lief. Ich fuhr auf ihr Auto auf. Kapitaler Sachschaden! Die Fahrerin des Autos stieg aus und ging auf mich zu. Ich erwartete schon eine Schimpfkanonade. Doch was sagte sie: „Sie sind doch der Herr Denecke. Da kann ich mich ja gleich mal für den tollen Famo bedanken!“ Sie können mir glauben: Ich war erst einmal sprachlos.

Veranstalter

Die vielen Veranstalter haben sowohl bei den zwei Treffen im Vorfeld und bei der Ideenfindung als auch während des Famo einfach phantastisch mitgezogen. Ich habe viele tolle Menschen kennenlernen dürfen. Dafür mein ganz besonderes Dankeschön.

Wald

Der Familienwald im Stadtpark wird weiter wachsen. Wir arbeiten zurzeit an vielen kleinen Details, die ihn noch attraktiver machen sollen. Die Gebrüder Frey, Landschaftsarchitekt Roland Pfeiffer und Architekt Wolf Sager stehen hier Gewehr bei Fuß. Doch auch das Areal des Grafen von dem Bussche im Stilleking werden wir nicht aus den Augen verlieren. Ich bin dem Grafen überaus dankbar dafür, dass er sein Angebot aufrechterhält, uns dieses Gelände zur Verfügung zu stellen.

X-mal habe ich gedacht...

...schaffst du das alles zeitlich überhaupt? Nehmen die Lüdenscheider das Angebot auch an? Wird der Arbeitsaufwand belohnt? Die Vielfalt der Aufgaben und der zu organisierenden Details hat mich sehr beansprucht, aber die Arbeit hat sich am Ende dann wirklich gelohnt und sehr viel Spaß gemacht.

Yoga

Yoga steht hier für die Fülle an „kleineren“ Veranstaltungen – wie beispielsweise auch die vielen Angebote der Berglandklinik, das Filzen, die vielen Bastel- und Spielnachmittage. Sie alle waren wichtige Farbtupfer, die das Bild des Famo überhaupt erst so richtig schön bunt gemacht haben.

Zukunft

Wir wollen den Famo nicht nur als Wort, sondern dauerhaft als Marke für eine familienfreundliche Stadt Lüdenscheid etablieren. Ob er wirklich in diesem Umfang alle zwei Jahre stattfinden wird, ob wir vielleicht „Familienwochen“ anbieten – das werden die Diskussionen im Verein in den nächsten Wochen ergeben. Bis März nächsten Jahres soll hier eine Entscheidung fallen. Wichtig ist mir aber, dass wir genau überlegen, welche einzelnen Projekte wir fördern – finanziell, vor allem aber auch ideell. Ich denke da an das Thema Demenz oder an die vielfältigen Aufgaben des Vereins Tages- und Pflegeeltern (Tupf). Auf jeden Fall wünsche ich mir, dass noch viel mehr Lüdenscheider Mitglied im Förderverein werden – nicht nur Unternehmer, sondern am liebsten ganze Familien. Feste Mitgliedsbeiträge haben wir nicht. Jeder entscheidet selbst, wie viel Geld er geben kann und will. Denn jeder Euro zählt!

Aufgezeichnet von Willy Finke

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