„Famo-Macher haben sich verzockt“

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Willi Denecke, Graf Alhard von dem Bussche-Kessell, Alexander Kremer und Matthias Czech (von links) waren im Mai noch ganz sicher, dass der Familienwald auf diesem Areal im Stilleking entstehen sollte.

LÜDENSCHEID - Willi Denecke, Initiator des Familienmonats (Famo), hatte den Naturschützern in der vergangenen Woche vorgeworfen, die Familienwald-Pläne zu torpedieren, weil sie eine dauerhafte Zuwegung verweigerten, die über ihr Gelände führen würde. Er warf ihnen mangelnde Kooperationsbereitschaft vor. Der Familienwald entsteht nun im Stadtpark.

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Klaus D. Woidasky sagte am Montag, sein Verein plane eine landwirtschaftliche Nutzung des Areals, die binnen eines Jahres umgesetzt werden solle. Hierzu stünden noch Gespräche mit Interessenten und Behörden aus, so dass er zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Details der Pläne verraten könne. Sicher sei aber, dass das Gelände dann nicht mehr von Spaziergängern betreten werden dürfe. Die Fläche samt der ehemaligen Panzerhallen im Stilleking gehört dem Verein bereits seit dem Jahr 2001.

In einer schriftlichen Stellungnahme äußert Klaus D. Woidasky, Famo-Macher Willi Denecke habe „monatelang öffentlich die Bereitstellung einer Wiese am Rande des Stilleking für den Famo-Familienwald durch Graf von dem Bussche-Kessell bejubelt“. Was er allerdings per Zeitung nicht mitgeteilt habe: dass ein Zugang über die gräflichen Flächen nicht dazu gehöre. Den habe dann Landschaftsarchitekt Pfeiffer entlang der ehemaligen Panzerhalle auf dem Gelände des Fördervereins Naturschutz Märkischer Kreis eingeplant, ohne diesen zu informieren.

Als den Naturschützern Mitte September diese Planung bekannt geworden sei, hätten sie den Famo-Förderverein schriftlich darüber informiert, dass die Zuwegung nicht möglich sei, weil eigene Nutzungsüberlegungen dagegen stünden. Die Naturschützer, schreibt Woidasky, machten gleichzeitig mehrere alternative Wegevorschläge, zwei über gräfliches Gelände und einen über Flächen der NRW-Stiftung und eventuell eines anderen Nachbarn. Da der Graf seine Flächen aus „forstlichen Gründen“ nicht habe zur Verfügung stellen wollen, sei also nur der Ausweg aus dem Bereich Niederbrenscheid geblieben. Hier habe dann Famo die Eigentümer gar nicht erst befragt. Also sei wiederum nur der Weg entlang der Panzerhalle geblieben. Dazu hatte der Vorstand des Fördervereins Naturschutz Märkischer Kreis in der Zwischenzeit seine einmalige Zustimmung für die Abschlussveranstaltung am 27. Oktober 2012 erteilt.

Woidasky schließt: „Das Scheitern der Zuwegung lag also nicht an den Naturschützern. Da hatten sich die Famo-Macher schlicht verzockt.“

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