Famo-Förderverein in Lüdenscheid versteigert Herkules-Relief

+
Herkules im Kampf mit der Hydra – 1940 entstand das Relief unter den Händen des Kölner Künstlers Hermann Paul Simon.

Lüdenscheid - Die Hydra zu erlegen, war eine der sagenhaften Aufgaben, die Herkules vollbrachte, um zu sühnen. Immerhin hatte er in einem Wutanfall seine Frau ermordet.

Das Problem: Wann immer Herkules einen Schlangenkopf abgeschlagen hatte, wuchsen an dieser Stelle zwei neue. So oder ähnlich sagt’s die griechische Mythologie.

„Man könnte nun sagen, das Motiv des Herkules’ im Kampf mit der vielköpfigen Schlange steht für die Überwindung des Unheils“, vermutet die Kunsthistorikerin Dr. Susanne Conzen, warum genau dieses Motiv Anfang 1940 über dem Eingang der damaligen Isolierstation an der Hohfuhrstraße hing, von dem Kölner Künstler Hermann Paul Simon in Sandstein gemeißelt, ein Künstler, der sich eher durch christliche Motive hervortat und unter anderem 1931 die ersten Figuren der Dom-Krippe erstellte.

Als die Isolierstation zur Kinderklinik wurde, blieb das Relief. Und als die Bauarbeiten dort begannen, wurde der tonnenschwere Sandstein gesichert. Mit gutem Grund. Denn der Immobilienmakler Roland Rothmann und Willi Denecke, Vorsitzender des Famo-Fördervereins, wollen den Sandstein versilbern, um mit dem eingenommenen Geld familienfördernde Projekte in unserer Stadt anzustoßen. So schließt sich der Kreis.

Gut einen Quadratmeter groß ist das Relief des Kölner Künstlers, der 1969 verstarb. „Bauplastiken waren in den 40er-Jahren als Schmuck an Gebäuden absolut üblich und überall zu finden“, so Conzen mit Blick auf das Relief mit der Jahreszahl 1940. Schön zu erkennen seien noch heute die bildhauerischen Arbeiten Simons.

Das gesamte Relief dürfte etwa eine Tonne wiegen. Bei einem Abtransport wäre die bauausführende Firma Gebrüder Schmidt behilflich, „solange sich im Kilometer im Rahmen halten“, so deren Projektleiter Markus Diederich. Nun gilt es, einen Kunstliebhaber zu finden, der Interesse und Verwendung für das Kunstwerk hat. Denecke: „Wir wollen das im Rahmen einer Versteigerung machen. Das Einstiegsgebot liegt bei 300 Euro.“

Bieten kann man über die E-mail-Adresse info@rothmann-immobilien.de. Sobald jemand überboten wird, wird er oder sie per Mail informiert, um dranbleiben zu können. Das erste Gebot kann am Samstag, 2. November, abgegeben werden, das letzte am Samstag, 16. November, um 23.59 Uhr. - rudi

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare