Familienplatz: Wichtige Fakten auf einen Blick

LÜDENSCHEID - Am Sonntag entscheidet sich in einem Bürgerentscheid, ob der Mehrgenerationenspielplatz gebaut wird - oder nicht. Die LN präsentieren hier wichtige Fakten auf einen Blick.

Am Sonntag entscheiden die Lüdenscheider darüber, ob der Mehrgenerationenspielplatz gebaut wird. Sowohl die Befürworter als auch die Kritiker hatten in den vergangenen Wochen Gelegenheit, sich in zahlreichen Artikeln, Leserbriefen und Diskussionsbeiträgen auf unserer Internetseite zu Wort zu melden. Um noch unentschlossenen Wählern einen Überblick zu geben, hier die wichtigsten Fakten auf einen Blick.

Der Familienplatz an der Jahnstraße

Der brachliegende Sportplatz an der Jahnstraße soll zu einem Mehrgenerationenspielplatz mit verschiedenen Freizeit- und Spieleangeboten umgebaut werden. Das Areal ist etwa 15.000 Quadratmeter groß. Unter anderem ist daran gedacht, ein Ballspielfeld anzulegen, verschiedene Spiel- und Fitnessgeräte zu installieren, einen Rundweg zum Spazierengehen anzulegen und das Gelände auch über Fußwege an die Parkstraße, die Sachsenstraße und an den Widukindweg anzubinden. Aber auch Flächen zum Sitzen oder zum Sonnenbaden sind vorgesehen. Außerdem soll die Skaterhalle in das Projekt integriert werden. Neben einem offenen Kletterbereich in Richtung Parkstraße soll es nach Möglichkeit eine Anlage zum Sportklettern geben, die ein Privatinvestor baut. Dieser Bereich wäre allerdings kostenpflichtig.

Neues Domizil für den Kinderschutzbund

Das Umkleidegebäude soll grundlegend saniert werden. Unter anderem ist daran gedacht, einen Teil des Gebäudes als neues Domizil für den Kinderschutzbund herzurichten. Die sanitären Einrichtungen sollen später den Besuchern des Familienplatzes und den Nutzern der Skaterhalle zur Verfügung stehen.

Kosten sind auf insgesamt 870 000 Euro gedeckelt

Die Kosten für das gesamte Projekt sind auf 870.000 Euro gedeckelt. 600 000 Euro sind für den Umbau des Platzes veranschlagt, 270 000 Euro für die Sanierung des Gebäudes. Das Geld kommt aus dem Topf des Konjunkturpakets II. Offen ist derzeit noch die Höhe der Folgekosten. Die Verwaltung geht davon aus, dass Pflege und Unterhaltung des Areals jährlich rund 25 000 Euro kosten. Im Gegenzug entfielen allerdings die Kosten für die Pflege des jetzigen Spielplatzes an der Jahnstraße, den die Stadt aufgeben würde. Nach Angaben der Verwaltung belaufen sich diese Kosten auf etwas mehr als 4000 Euro pro Jahr.

Die künftigen Nutzer des Familienplatzes

Nach den Vorstellungen der Befürworter soll sich der Familienplatz nicht nur zum Freizeit-Treffpunkt für Lüdenscheider und Gäste von außerhalb entwickeln. Die Westschule und die Knapper Schule sollen das Areal auch für den Sportunterricht nutzen können. Darüber hinaus könnte der Kinderschutzbund den Platz für eigene Veranstaltungen frequentieren.

Viele Details sind bis dato noch offen

Welche Spielgeräte genau aufgestellt werden, wo Treppen angelegt werden oder wie das Gelände an der Jahnstraße letztendlich modelliert wird, steht im Detail noch nicht fest. Alle bislang vorgestellten Entwürfe sind nicht mehr als Vorstellungen und Wünsche – auch, weil der Rat im Vorfeld des Bürgerentscheids beschloss, konkrete Planungen an dem Vorhaben vorerst zu stoppen. Ehe keine Zahlen aus den erforderlichen Ausschreibungen auf dem Tisch liegen, steht daher nicht exakt fest, was die Stadt tatsächlich umsetzen kann – und was nicht.

Gegner kritisieren in erster Linie die „hohen Kosten“

Die Gegner des Mehrgenerationenspielplatzes kritisieren in erster Linie die „hohen Kosten“. Sie sind der Ansicht, das Geld aus dem Konjunkturpaket II sei besser angelegt, wenn damit zum Beispiel weitere Baumaßnahmen an öffentlichen Gebäuden bezahlt würden, um so in Zukunft mehr Energie zu sparen. Das, so sagen die Kritiker, würde den städtischen Haushalt auf Dauer weiter entlasten. Außerdem sprechen sie sich unter anderem für eine Verbesserung der Barrierefreiheit aus.

Die Befürworter sehen eine „letzte Chance“

Die Befürworter sehen angesichts der Finanzlage der Stadt in dem Projekt die „letzte Chance“, in Lüdenscheid ein großes Familienprojekt zu realisieren und in möglichst zentraler Lage ein attraktives Spiel- und Freizeitangebot für alle Generationen zu schaffen. Da die Kosten aus dem Konjunkturpaket bestritten würden, belasteten sie den Haushalt nicht. Und für energiesparende Maßnahmen an Schulen und in Kindergärten habe die Stadt bereits jetzt 4,9 Millionen Euro ausgegeben. Dieses Geld stammt übrigens auch aus dem Konjunkturpaket des Bundes.

Die 870 000 Euro wären nicht verloren

Sollte sich eine Mehrheit gegen den Familienplatz aussprechen, wäre das Geld übrigens nicht verloren. Es existiert bereits eine Liste mit Maßnahmen, die ebenfalls mit dem Geld aus dem Konjunkturpaket bezahlt werden könnten. Unter anderem sind das die genannten Energiesparmaßnahmen oder eben auch die Verbesserung der Barrierefreiheit. Bei einem „Nein“ zum Familienplatz wäre allerdings unklar, wie das Areal an der Jahnstraße künftig genutzt werden könnte. Einen Plan „B“ haben weder Politik noch Verwaltung in der Schublade liegen.

Entwurf enthält auch Wünsche und Ideen

Der offizielle Entwurf der Stadtverwaltung zum Mehrgenerationenplatz an der Jahnstraße enthält auch Wünsche und Ideen, die im Budget in Höhe von 600 000 Euro nicht enthalten sind. Die detailreiche Skizze sorgte daher unter anderem auch in den Reihen der CDU für Verwirrung. Während einer Informationsveranstaltung im Rathaus hatte Projektleiter Hans-Jürgen Badizura jedoch deutlich darauf hingewiesen, dass nicht alles, was in dem Entwurf enthalten sei, mit dem vorhandenen Geld bezahlt werden könne. Welche Spiel- und Freizeitangebote was genau kosten, steht allerdings noch gar nicht fest. Denn weil der Rat wegen des bevorstehenden Bürgerentscheids beschlossen hatte, die Planungen vorerst nicht weiter voranzutreiben, liegt auch die erforderliche Ausschreibung auf Eis. Sie erfolgt erst, wenn sich die Lüdenscheider am Sonntag mehrheitlich für den Bau des Platzes aussprechen. In die Detailplanung geht’s also erst, wenn’s grünes Licht für das Projekt gibt.

Wahllokale zwischen 8 und 18 Uhr geöffnet

Obgleich es in der Vergangenheit Kritik gab, der Stimmzettel sei etwas verwirrend, ist die Frage eigentlich ganz einfach formuliert. Kurz und knapp heißt es da: „Sind Sie gegen die Errichtung eines Mehrgenerationen-Spielplatzes auf dem Jahnplatz?“ Wer dagegen ist, kreuzt also das „Ja“ an, wer möchte, dass der Platz gebaut wird, macht sein Kreuz bei „Nein“.

Die 80 Wahllokale in Lüdenscheid sind am Sonntag in der Zeit von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Ganz wichtig übrigens: Wer ein Veto gegen den Familienplatz abgeben möchte, der muss auf dem Stimmzettel ein „Ja“ ankreuzen, denn mit dem „Ja“ macht der Wähler deutlich, dass er den Bürgerentscheid unterstützt und gegen die Errichtung des Mehrgenerationen-Spielplatzes ist. Wer für die Errichtung des Platzes ist, muss auf dem Stimmzettel also ein Kreuz bei „Nein“ hinterlassen. Um das Projekt zu kippen, müssen die Gegner des Projektes nicht nur die Mehrheit der tatsächlichen Wähler auf ihre Seite bringen, sondern es müssen auch mindestens 20 Prozent aller Wahlberechtigten sein, die sich gegen den Familienplatz aussprechen. Bei rund 60.000 Wahlberechtigten brauchen die Gegner des Mehrgenerationenspielplatzes am Sonntag also mindestens 12.000 „Ja“-Stimmen. - wil

Sämtliche Informationen rund um Familienplatz und Bürgerentscheid finden Interessierte auf der Internetseite der Stadt Lüdenscheid.

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