Was Firmen attraktiv macht

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Einführungsrunde mit Alexandra Wachendorfer. Sie hält die Flexibilität von Arbeitszeit für entscheidend.

Lüdenscheid - Ist Familienfreundlichkeit eine Antwort auf den Fachkräftemangel? Aus Sicht der AOK ist sie es, und eine ganze Reihe von Personalentscheidern aus Unternehmen und Verwaltungen dürfte sich diese Einschätzung ebenfalls zu eigen gemacht haben. Die Ortskrankenkasse bietet ihnen Seminare.

Drei Veranstaltungen zum Thema Führung und Motivation bietet die Ortskrankenkasse in diesem Jahr an, um Unternehmen zu vermitteln, wie sie attraktiv für potenzielle Arbeitnehmer werden und mit zufriedenen Mitarbeitern nebenbei auch zu geringeren Krankenständen kommen.

Denn das sei der Anlass für die AOK, sich außerhalb des reinen Gesundheitswesens zu engagieren und in Betriebe hineinzuwirken, weil deren Mitarbeiter letztlich auch die Versicherten seien, wie Gesundheitswissenschaftlerin Merle Holzhauer sagt, die die Seminarreihe für die AOK organisiert.

Referate und Workshops für rund 30 Teilnehmer fanden am Donnerstag bei Busch-Jaeger Elektro statt – etwa 1000 Mitarbeiter stark und bereits als familienfreundliches Unternehmen zertifiziert.

Dass die Themen Kinderbetreuung, Familie und zunehmend auch Pflege eine enorme Rolle für die Beschäftigten spielen, belegte Alexandra Wachendorfer, Diplom-Pädagogin und Beraterin für Betriebe und Kommunen, mit harten Zahlen.

25 Prozent aller Fachkräfte hätten aus Gründen mangelnder Familienfreundlichkeit bereits einmal den Arbeitgeber gewechselt. Die Tendenz dürfte steigend sein. Mehr als 50 Prozent der Beschäftigten hätten Betreuungsaufgaben, entweder für Kinder oder aber für Eltern. 1,8 Millionen Pflegebedürftige würden bereits jetzt zu Hause betreut, drei Viertel der pflegenden Beschäftigten blieben dabei aber berufstätig.

Flexibilität der Schlüssel

Die wichtigste Stellschraube aus Sicht Wachendorfers ist dabei die Flexibilität von Arbeitszeit – Teilzeit, der Umgang mit Notfällen und Freistellungsregelungen. Die Arbeitsorganisation müsse dabei nicht zwangsweise teuer werden, schaffe aber Zufriedenheit und Bindung an den Betrieb.

Zu dieser Bindung trage zudem eine verbesserte interne Kommunikation bei: Wenn Mitarbeitern klar werde, welche Konzepte, Zuschüsse und Absicherungen im Zusammenhang mit Familienfreundlichkeit bereits vorhanden seien, nähmen sie das Unternehmen bereits positiver wahr – ohne, dass überhaupt zusätzliche Angebote geschaffen werden müssten.

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