Spendenaufruf erfolgreich

Familie verliert nach Brand alles - Lüdenscheider helfen und zeigen Herz

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In einem Mehrfamilienhaus am Laubaner Weg brannte es Mitte September. Die Wohnung einer Mutter und ihres Sohnes ist seitdem unbewohnbar.

Lüdenscheid – Nach einem Wohnungsbrand am Laubaner Weg haben eine Mutter und ihr Sohn Mitte September Hab und Gut verloren. Doch vor dem Nichts stehen sie dank des erfolgreichen Spendenaufrufs des Sport Clubs Lüdenscheid 1998 (SCL) nun nicht mehr.

Bis vergangene Woche wurden noch zahlreiche Sach- und Geldspenden für die Familie abgegeben, sagt SCL-Sozialwart Ioannis Tsilikas. „Es ist unglaublich, was Lüdenscheid und Umgebung bewegt haben, wow! Wir sind dankbar, überrascht und geflasht.“ 

Allerlei Kisten voller Kleidung, Spielsachen, Haushaltswaren und sogar Blumen kamen bei Tsilikas‘ Versicherungsagentur an, wo er sie für die Familie vorübergehend lagert. Darunter auch Sportutensilien wie Kleidung und ein Fußball für den Jungen, „darüber hat er sich als junger Fußballer besonders gefreut – dass er dem Sport weiter nachgehen kann“, sagt Tsilikas. 

Kinder schreiben Briefe an den Jungen

Ganz besonders hebt er hervor, dass „viele Kinder zusätzlich zu den Spenden auch Briefe für den Jungen dazugelegt haben. Sie sprechen ihm darin unter anderem Mut zu“, erzählt er und betont: „Die beiden sind sehr dankbar und gerührt, sie wollen sich auch noch einmal bei allen bedanken und vielen möglichst bald auch noch persönlich antworten.“ 

Zudem gingen zahlreiche Geldspenden für die Familie auf dem Vereinskonto ein: Knapp 4000 Euro sind laut Tsilikas zusammengekommen, „die Leute haben zwischen fünf, zehn und 300 Euro gespendet. Das ist Wahnsinn. Ganze Vereine haben zusammengeschmissen und geholfen.“ 

Spenden für ein neues Kinderzimmer

Das Geld wird die Mutter auf ein Sparbuch für ihren Sohn einzahlen, sagt er. „Sie will, dass das Geld alleine an ihren Sohn geht – für ein Kinderzimmer, damit er möglichst zurückbekommt, was er verloren hat.“ Sogar Möbel hätten die Spender angeboten, „die konnten wir aber gar nicht nutzen, weil die Familie noch keine Unterstellmöglichkeit hat“, sagt Tsilikas. 

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Die Wohnung ist noch nicht bewohnbar, die Familie wolle sie aber langfristig wieder beziehen. Derzeit seien die beiden bei Familienangehörigen untergekommen. „Noch in dieser Woche werden sie die ganzen Spenden abholen. Was doppelt vorhanden ist oder nicht gebraucht wird, geben wir an die Hardcore Help Foundation in Lüdenscheid weiter.“ Die Hilfsorganisation wird die Spenden an Jugendliche geben, „darüber sind sie ebenfalls sehr dankbar. Das wird einfach immer gebraucht“. 

Ermittlungen gegen Wohnungsinhaberin nicht beendet

Die Polizei hat unterdessen ihre Ermittlungen wegen fahrlässiger Brandstiftung gegen die Wohnungsinhaberin noch nicht beendet. Ein technischer Defekt wird vom Sachverständigen ausgeschlossen. Als das Feuer ausbrach, befand sich niemand in der Wohnung. 

„Was genau zu dem Brand geführt hat, ist unklar. Es gibt aber keine Hinweise darauf, dass die Wohnungsinhaberin etwas bewusst unbeaufsichtigt gelassen hat“, sagt Polizeisprecher Christoph Hüls.

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