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Falscher Knopf: Wie eine Routine-Übung den Rathaustunnel lahmlegte

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Von: Jan Schmitz

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Verkehrschaos vor dem Rathaustunnel: Schuld war eine aus dem Ruder gelaufene Übung. © Olaf Moos

Lüdenscheid – Für einige Internet-Kommentatoren ist es der „Lacher des Jahres“, für die betroffenen Autofahrer mindestens ein Ärgernis. Am Dienstag, 15. Oktober, war der Rathaustunnel zur Hauptverkehrszeit für eine Übung gesperrt worden – aus Versehen. Daraufhin schalteten alle Ampeln auf Rot.

Polizisten eilten zum Drehkreuz vor dem Tunnel und regelten den Verkehr. Mittlerweile steht fest, wie es zu dem Verkehrschaos kommen konnte. Das Pannen-Protokoll.

„Das war eine ganz normale Kommunikationsübung. Die hätte ganz Lüdenscheid eigentlich nicht mitzubekommen brauchen“, sagt Markus Miglietti von Straßen.NRW aus Hamm. In der dortigen Niederlassung befindet sich die für Lüdenscheid zuständige Tunnelleitzentrale, von der aus 28 Tunnel in ganz Westfalen überwacht werden. In jedem dieser Tunnel findet jedes Jahr eine verpflichtende Kommunikationsübung statt – seit Jahrzehnten ohne Probleme und ohne Aufsehen, wie Miglietti betont.

Tunnel-Manager wählt den Notruf

Die Übung dient dazu, die Kommunikationswege für den Notfall zu testen. Ganz praktisch stellt sich der Tunnel-Manager dabei in den Tunnel und wählt den Notruf – wie auch am Dienstag. Anschließend wird die Meldekette durchgegangen. „Das ist auch der Grund, warum eine Kommunikationsübung ohne Probleme am helllichten Tag angesetzt werden kann“, sagt Markus Miglietti. 

Doch diesmal – im Lüdenscheider Rathaustunnel – lief alles anders (Erstmeldung: Alle Ampeln auf Rot: Übung zur Unzeit - Verkehrschaos am Rathaustunnel). „Im Zuge dieser Übung hat jemand einen falschen Knopf gedrückt“, versucht es der Sprecher von Straßen.NRW vorsichtig formulieren. Im Ergebnis löste der Mitarbeiter per Knopfdruck nicht weniger als einen Großalarm im Rathaustunnel aus. 

Fehlalarm nicht abzustellen

Das Problem: Es ist eine Alarmierung, bei der die Einsatzkräfte trotz der raschen Entwarnung nicht einfach zur Tagesordnung übergehen können. Der Tunnel wurde abgesperrt. Alle Ampeln schalteten sich auf Rot. Die Einfahrt war unter keinen Umständen möglich. Feuerwehr und Polizei rückten an. Bis der Tunnel wieder freigegeben werden konnte, musste das vorgegebene Ablaufschema komplett durchlaufen werden. Das dauerte. 

Anschließend passierte erst einmal – nichts. 

"Tunnel nicht zurückbekommen"

„Es gab technische Probleme“, räumt Straßen.NRW-Sprecher Miglietti ein. „Wir haben den Tunnel nicht mehr zurückbekommen. Es gelang nicht, den Tunnel wieder in den Normalzustand zu versetzen.“ Erst ein Techniker, der den Schaden vor Ort reparierte, löste den (Verkehrs-)Knoten. „Aus Fehlern lernt man“, sagt Markus Miglietti, der betont, das der falsche Knopf nicht bei Straßen.NRW gedrückt worden sei. 

Nur vier Tage später – am vergangenen Samstag – schalteten die Ampeln am Rathaustunnel erneut auf Dauerrot. Die Einfahrt war rund vier Stunden lang nicht möglich, wieder regelten Polizisten den Verkehr. Erst ein Techniker konnte die Störung beheben. 

Einen Zusammenhang zwischen den beiden Ereignissen sieht Miglietti aber nicht: „Es handelte sich diesmal um eine Störung in der Ampel vor dem Tunnel, für die die Stadt Lüdenscheid zuständig ist.“ 

Darauf angesprochen, erklärte Stadtsprecher Sven Prillwitz, „dass wir die Zuständigkeit für die Ampeln bei Straßen.NRW sehen.“

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