Für den Fall einer Katastrophe: Lüdenscheid baut Sirenennetz auf

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Die „neue“ Sirenengeneration: Auf der Mehrzweckhalle in Rinkscheid/Meinerzhagen ist sie bereits installiert.

Lüdenscheid – Schon bald könnten die ersten Sirenen in der Bergstadt ertönen: Nach und nach werden sie an 29 Standorten angebracht.

Die Ausschreibungen für eine entsprechende Firma beginnen noch in diesem Frühjahr. 16 der 29 Standorte sind nach Angaben von Stadtpressesprecherin Marit Schulte eigene Flächen, darunter Schulen, Kindertagesstätten, Feuerwehrgerätehäuser, das Klinikum und die STL-Verwaltung. 

„An zwei Standorten werden die Sirenen dagegen auf einem Mast angebracht, weil dort keine Gebäude vorhanden sind.“ Darüber hinaus seien hauptsächlich öffentliche Gebäude von der Sireneninstallation betroffen, kein privates Eigentum, sagte Schulte weiter. Letzte Gespräche würden noch geführt, deshalb gebe es noch keine vollständige Liste. 

Planungen seit 2017

Bereits 2017 haben die Planungen zur Installation eines Sirenennetzes in Lüdenscheid begonnen: Damit beauftragt hatte die Stadtverwaltung Planer der Bergmann Engineering GmbH, die damals eine erste Übersicht im Bau- und Verkehrsausschuss vorgestellt haben. 

Durch die Auswahl der Standorte soll der Alarm in Zukunft im ganzen Stadtgebiet hörbar sein. Laut damaligem Beschlussvorschlag handelt es sich bei den Sirenen um eine kleinere Variante mit vier Hörnern. In einer größeren Form sei der Schallpegel zu enorm. 

Großbrände oder Giftgaswolken

Eingesetzt werden soll der Alarm, um die Bevölkerung zu warnen. Dabei könnte es sich unter anderem um eine Alarmierung bei Großbränden, Giftgaswolken, Sturm, Starkregen und sonstigen unvorhersehbaren Gefahren handeln. 

Zum nächsten Warntag am ersten Donnerstag im September dieses Jahres, der seit 2018 in Nordrhein-Westfalen (NRW) jährlich stattfinden soll, werden die Sirenen in Lüdenscheid aber wohl noch nicht ertönen. „Es kann noch einige Jahre dauern, bis alle Sirenen angebracht sind“, sagte Stadtsprecherin Schulte weiter. 

Mehrere hunderttausend Euro Kosten

Das hänge zum einen mit der großen Nachfrage und möglichen Lieferengpässen zusammen – in NRW gab es 2017 rund 100 sirenenlose Gemeinden –, vor allem aber mit den zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln in Höhe von 420.000 Euro – die wurden zunächst auf die Jahre 2018 bis 2021 mit jeweils 105.000 Euro angepasst. 

Alternativ zum Sirenenalarm könnte die Feuerwehr am Warntag mit Lautsprecherfahrzeugen Durchsagen machen. Allerdings hatte die Stadt darauf bereits 2018 verzichtet, weil die Menschen an die Sirenen gewöhnt werden sollten. „Wir werden darüber aber noch rechtzeitig informieren“, betonte Schulte.

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