Fahrt mit Dampflokomotive: Tunnel-Unfall aufgeklärt

Symbolbild: Bahnschiene

LÜDENSCHEID ▪ Tausende Besucher hatten im Mai 2011 an der Bahnstrecke zwischen Lüdenscheid und Oberbrügge gestanden, um die Sonderfahrten zweier historischer Dampflokomotiven – organisiert vom Bürgerverein zur Förderung des Schienenverkehrs (BfS) – live mitzuerleben. Überschattet wurde dieses Ereignis jedoch von einem Unfall.

Dieser hatte sich tags zuvor bei der Anfahrt der Loks in einem Tunnel in Hagen ereignet hatte und bei dem einer der Lokführer schwer verletzt worden war. Dazu liegt nun der offizielle Abschlussbericht der Untersuchungszentrale der Eisenbahn-Unfalluntersuchungsstelle des Bundes vor.

In voller Fahrt gegen Leuchte geprallt

Zu dem Unfall am 6. Mai war es gekommen, als sich einer der Heizer der Dampflok des Eisenbahnmuseums Bochum im Goldbergtunnel in Hagen zu weit aus dem Fenster gelehnt hatte und in voller Fahrt mit einer Tunnelleuchte zusammengeprallt war. Der Schwerverletzte musste mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen werden. Wie nun aus dem Bericht hervorgeht, liegt die Ursache für den Unfall in einer abgeschalteten Lampe der Tunnelsicherheitsbeleuchtung, die an der Tunnelinnenwand ordnungswidrig befestigt war. „Dadurch entsprach das so genannte Lichtraumprofil, das heißt, der gesetzlich vorgeschriebene freizuhaltende Raum zwischen Lok und Tunnelwand, nicht den Vorschriften.“ Statt der vorgeschriebenen 2500 Millimeter von der Mitte des Gleises zur Tunnelwand habe der Abstand nur 1898 Millimeter betragen, wie Messungen nach dem Unfall ergeben hätten.

Fenster ab sofort geschlossen halten

Wie aus einer Mitteilung der Stiftung Eisenbahnmuseum Bochum weiter hervorgeht, hat die DB Netz AG als Eigentümerin der Bahnlinie als erste Maßnahme angeordnet, bei allen Zugfahrten durch den Goldbergtunnel die Fenster geschlossen zu halten. ▪ kes

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