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Fahrlehrerin aus MK verurteilt: Geplünderte Konten und andere Geschichten

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Von: Olaf Moos

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Die Fahrlehrerin (36) hatte bereits im Februar vergangenen Jahres zugeben, die Konten ihrer früheren Lebensgefährtin systematisch abgeräumt und auf deren Namen zigmal Waren bestellt zu haben. © Jan Woitas/dpa

Es mutet an wie eine endlose Geschichte: Die Fahrlehrerin (36) hatte bereits im Februar vergangenen Jahres zugeben, die Konten ihrer früheren Lebensgefährtin systematisch abgeräumt und auf deren Namen zigmal Waren bestellt zu haben.

Lüdenscheid – Für diese Tat verurteilte sie das Erweiterte Schöffengericht zu drei Jahren und acht Monaten.

StadtLüdenscheid
LandkreisMärkischer Kreis
Einwohnerzahl72.313 (Stand: 31.12.2019)

Die summierten sich mit einer Freiheitsstrafe, die die Frau gerade wegen ähnlicher Geschichten verbüßte, auf insgesamt sechs Jahre. Verteidiger Philipp Muffert legte Berufung gegen die jüngste Entscheidung ein. Wegen einer schweren Erkrankung der Gefangenen wurde der Haftbefehl gegen sie inzwischen außer Vollzug gesetzt – gegen strenge Meldeauflagen.

Die Berufungskammer unter Vorsitz von Richter Marcus Teich ist noch weit von einem Urteil entfernt. Denn erstens hatte auch die Staatsanwaltschaft Rechtsmittel gegen den Lüdenscheider Richterspruch eingelegt – weil ihr das verhängte Strafmaß zu gering erschien. Zweitens setzen Muffert und seine Mandantin das fort, womit sie schon vor dem Amtsgericht gescheitert waren.

Fahrlehrerin aus MK verurteilt: Nächster Gerichtstermin folgt

Der Kölner Rechtsanwalt macht für die Angeklagte geltend, viele der Waren aus dem Internet habe sie zwar auf Kosten und unter dem Namen ihrer Partnerin, aber „für die gemeinsame Lebensführung“ bestellt. „Wir wollen den Schaden ausgleichen, aber wir kommen an die Geschädigte nicht heran, sie meldet sich einfach nicht.“ Insgesamt handelt es sich laut Staatsanwaltschaft um eine Summe von fast 36 000 Euro.

Im übrigen erwartet der Verteidiger einen „Rabatt“ bei der neuerlichen Strafzumessung. Denn in der Haftanstalt in Willich habe man seiner Mandantin dringend notwendige medizinische Behandlung verweigert. Muffert: „Die ist zum Krüppel gemacht worden“ – könne nie wieder arbeiten und sei „klar haftunfähig“. Nun sollen die Eltern der 36-Jährigen als Zeugen geladen werden. Die hatten jedoch schon in erster Instanz von ihrem Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch gemacht.

Und eine weitere Geschichte, laut der die Angeklagte von Rockern erpresst und zur Geldbeschaffung gezwungen worden sei, lässt sich nicht aufklären. Zu Hintergründen und Verantwortlichen befragt, erklärt die Fahrlehrerin: „Dazu werde ich gar nichts sagen.“

Die Richter lassen sich darauf ein, das Verfahren weiter zu betreiben. Die Eltern der Angeklagten sollen abermals geladen werden, auch die Ex-Freundin, die erklären soll, wie viel Geld sie als Wiedergutmachung verlangt. Ein neuer Termin wird von Amts wegen festgelegt. Vorher gibt’s noch einen anderen Termin: Das Amtsgericht in Marl, neuer Wohnort der 36-Jährigen, wird demnächst gegen sie verhandeln - wegen Betrugs.

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