Fachklinik Spielwigge: Erweiterung für Frauen

Nach dem Trägerwechsel vom evangelischen Perthes-Werk zur Karl-Wessel GmbH geht die Arbeit für suchtkranke Menschen inhaltlich und personell kontinuierlich weiter

LÜDENSCHEID ▪ Die Umgestaltung eines Bungalows neben dem Hauptkomplex der Fachklinik für Suchtkranke in Spielwigge geht zügig voran: „In zwei Wochen werden dort sechs Behandlungsbetten für Frauen bezugsfertig sein“, freut sich Ulrich Neß, Verwaltungsleiter und Therapeutischer Leiter der Einrichtung.

Im Herbst sollen in einem ehemaligen Schulgebäude weitere acht dazukommen, so dass dann 45 Plätze zur Verfügung stehen. „Wir setzen unsere Arbeit nach dem Trägerwechsel kontinuierlich fort. Die Konzeption lag schon vor, als das Evangelische Perthes-Werk noch Träger war.“ Vor einem Jahr übernahm, wie berichtet, die Karl-Wessel GmbH, die auch Betreiberin der Langzeiteinrichtung für psychisch Kranke, Haus Hellersen, ist, die Regie. Geschäftsführer Michael Poschmann hatte gegenüber den LN betont, für einen nahtlosen Übergang zu sorgen. „Das ist gelungen“, sagt Ulrich Neß. Alle Mitarbeiter, größtenteils Diplom-Sozialpädagogen mit einer suchttherapeutischen Zusatzqualifikation sowie Arbeitstherapeuten und die Hauswirtschaftsleitung wurden übernommen. Leitender Arzt bleibt Dr. Peter Rosenthal, Chef der Psychiatrie im Klinikum, dem ein Assistenzarzt zur Seite steht. Wie es angesichts der Verkürzung der Zivildienstzeit auf sechs Monate mit diesen beiden Stellen weitergeht, vermochte Ulrich Neß noch nicht zu sagen. „Sie erledigen viele Fahrten und sind sehr wichtig.“

Die Arbeit mit suchtkranken Frauen ist zwar Neuland, aber sein Team zeichne sich durch große Professionalität und langjährige Berufserfahrung aus. Neß selbst leitete die Fachklinik von 1976 bis 1988 und stieg 2002 wieder ein. „Spannend“, findet er die Öffnung für Frauen, deren Suchtgeschichte sicherlich oft andere Hintergründe als bei Männern habe. „Dafür werden dann frauenspezifische Indikationsgruppen gebildet.“ Aber die Gruppenpsychotherapie und die Einzeltherapie blieben die Grundpfeiler der Behandlung. Die Erweiterung habe natürlich auch den Hintergrund, die vergleichbar kleine Einrichtung wirtschaftlich auf eine vernünftige Basis zu stellen. Außerdem habe es vermehrt Anfragen aus der Region gegeben. Stark vernetzt sei Spielwigge mit Fach- und Sozialdiensten in ganz NRW. Die Regelbehandlungszeit liegt bei 16 Wochen. Kontakte bleiben nicht selten noch viele Jahre danach.

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