2030 nur noch 60.000 Einwohner? 

Fachbereichsleiterin zweifelt Bevölkerungsschwund an

Marion Ziemann und Martin Aßmann stellten aktuelle Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung für Lüdenscheid vor.

LÜDENSCHEID ▪ Demografie-Fachbereichsleiterin Marion Ziemann und ihr Mitarbeiter Martin Aßmann haben am Dienstag den vom Statistischen Landesamt NRW prognostizierten enormen Bevölkerungsschwund um 15 000 Einwohner auf dann nur noch rund 60 000 bis 2030 in dieser Höhe in Frage gestellt.

„Rechnet man auf der Basis des Landesamtes, kann man durchaus zu dem Ergebnis kommen, aber die Bandbreite, die als Grundlage einer Bevölkerungsprognose für Lüdenscheid gilt, ist größer“, begründeten die Experten. Einen Webfehler machten sie gleich bei der vom Land zugrunde gelegten Einwohnerzahl für Anfang 2012 aus. Sie weist knapp 500 Einwohner weniger aus als real vorhanden – dies sind 75 199. Außerdem sei die Prognose über einen Zeitraum von fast 20 Jahren durchaus schwierig. „In dieser Zeit können sich Entwicklungen ergeben, die man jetzt noch gar nicht absehen kann“, verdeutlichte Marion Ziemann. Lüdenscheids Stärke sei auch schon in den vergangenen Jahren die Zuwanderung, verbunden mit einer großen Integrationsleistung gewesen. Dies zeige sich zum Beispiel in der Bevölkerungentwicklung zwischen 1987 und 1997, als die Mauer fiel und die Sowjetunion zusammenbrach. Lüdenscheid wuchs von 73 442 auf 81 837 Einwohner. „Nach unseren Berechnungen schwächt sich auch die Abwanderung ab. Zurzeit ist der Saldo sogar leicht positiv. Da ist viel Bewegung drin. Lüdenscheid profitiert durch seine positive Wirtschaftsentwicklung von Krisen im Umfeld, siehe Griechenland“, sagt Marion Ziemann.

Ihr Fachdienst stelle Kennzahlen zur Verfügung, mit denen Diskussionprozesse angestoßen werden können – in Fachausschüssen, Fachdiensten, im Lenkungskreis und bei Akteuren aus allen gesellschaftlichen Bereichen. Zudem müsse man gewappnet sein, wenn es um Planungsverfahren auf Landesebene geht, die dann natürlich auch Auswirkungen auf Lüdenscheid haben.

Im Gegensatz zum Landesamt rechnet die Projektstelle Demografie mit einem deutlich geringeren Einwohnerschwund und liegt 2021 bei weit mehr als 70 000 Einwohnern gegenüber vom Land prognostizierten 67 454.

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