Mai: Fabian Fache

Nur vermeintlich ein ganz normaler junger Mann: Fabian Fache (19) vom Buckesfeld ist Lüdenscheider des Monats Mai.

Lüdenscheid - Es ist zunächst Zufall: In einem Schnellrestaurant im Dortmunder Hauptbahnhof beobachtet Fabian Fache (19) einen Diebstahl. Ein Mann klaut einem arglosen chinesischen Touristen die Bauchtasche. Der Rest der Geschichte ist kein Zufall.

„Ich bin durch den ganzen Laden gespurtet und habe den Kerl festgehalten.“ Die Bundespolizei lobt den jungen Mann vom Buckesfeld für seine Zivilcourage (wir berichteten). Für die LN-Redaktion steht fest: Fabian Fache ist der Lüdenscheider des Monats Mai.

Sonntags bringt der angehende Industriekaufmann regelmäßig seinen Bruder, einen Soldaten, zum Zug nach Dortmund. Bei „Kentucky Fried Chicken“ gibt’s dann öfter was zwischen die Zähne, bevor es zurück nach Lüdenscheid geht. „Ich saß mit einem Freund da, und mir fielen zwei Männer auf, die da rumschlichen, ohne was zu bestellen.“ Einer von denen habe sich dann und wann gebückt, „als ob er sich die Schuhe zubinden will“ – stets hinter Jacken, die über Stuhllehnen hingen. „Da habe ich dann meinen Freund gewarnt und mal genauer hingeguckt.“

"Aber ich habe ihn festgehalten"

In der Nähe des Ausgangs sieht Fabian den Chinesen. Der hat seine Bauchtasche neben sich gelegt und isst. „Der Dieb hat sich ganz langsam von hinten die Tasche geangelt, und ich bin sofort gestartet“, erinnert sich der Lüdenscheider. Der Dieb, ein Nordafrikaner, sei schon fast draußen gewesen. „Aber ich habe ihn festgehalten. Er schmiss die Tasche weg und sagte ‘Ich habe nix gemacht’.“

Eine lange halbe Stunde habe es gedauert, bis die Polizei kam. Währenddessen habe ihn der Dieb übel beschimpft, grinst Fabian Fache. Der junge Chinese habe sich „ungefähr 1000mal“ bei ihm bedankt.

Fabian kennt keine Angst

Angst, sagt Fabian, habe er bei der Angelegenheit nicht gehabt. „Der Dieb war breiter als ich und genau so groß. Aber egal! Eine gebrochene Nase wächst wieder zusammen, ein schlechtes Gewissen, weil man nicht geholfen hat, bleibt ganz schön lange.“ Und dann, eher beiläufig, erwähnt er den Vorfall vom 5. März dieses Jahres.

Da rettet sich eine 31-jährige Joggerin bei Eicken hinter Othlinghausen vor einem Sexualstraftäter mit letzter Kraft in ein nahegelegenes Haus (wir berichteten). Welch ein Zufall: Vor dem Haus putzen Fabian Fache und sein Cousin gerade an einem Auto herum, steigen ohne Zögern ein, verfolgen den Verdächtigen, erwischen ihn und übergeben ihn der Polizei.

Solche Zivilcourage ist selten – aber für Fabian Fache eine Selbstverständlichkeit. Der LN-Redaktion ist die Wahl diesmal überhaupt nicht schwer gefallen.

Olaf Moos

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare