Energiegeladener Gig im Nieselregen

Extrabreit begeistert 350 Fans beim Kultpark

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Gründungsmitglied Stefan Kleinkrieg (links) an der Gitarre und Lars Hartmann am Bass bewiesen eindrucksvoll, warum Extrabreit auch nach vier Jahrzehnten als Live-Band eine echte Hausnummer darstellt.

Lüdenscheid – Mit dem Wetter hatte Kultpark-Organisator Olli Straub beim Gig der Pop-Punk-Combo Extrabreit am Samstag im Kulturhauspark nicht so viel Glück. Meist mussten die rund 350 Fans im Nieselregen ausharren, und im späteren Verlauf des Abends fing es sogar noch stärker an zu regnen. Doch den Extrabreit-Fans konnte die zunehmende Nässe den Spaß an der Live-Musik nicht verderben.

Bevor die „Breiten“, die auf eine 41-jährige Bühnenkarriere zurückblicken, den Fans ihre Hits und Klassiker servierten, verschaffte sich als Support-Act eine Band aus Dortmund in Lüdenscheid Gehör. Als The Eyes Inside ist seit einem Jahr das Trio Christopher Journey (Gesang), Lenny Hawk (Gitarre) und Justin Demon (Gitarre) unterwegs. 

Die Jungs bieten hörenswerten Alternative-Rock und haben bereits ein eigenes Album unter dem Titel „Temperature“ produziert, von dem die jungen Musiker am Samstag einige Songs präsentierten – unter anderem das rockige „Roadmap“ oder „Stay Together“, den die Musiker nach eigenen Angaben als Filmmusik für ein Ghostbusters-Fanprojekt geschrieben haben. 

Kult.Park-Festival 2019 - Extrabreit

Im Anschluss an die hörenswerte Combo brannten Extrabreit wie schon von zwei vorangegangenen Kultpark-Auftritten 2016 und 2018 gewohnt ihr Feuerwerk an Klassikern ab. Neben Gründungsmitglied Stefan Kleinkrieg (Gitarre) besteht die aktuelle Besetzung aus Kai Havaii (Gesang), Rolf Möller (Schlagzeug), Bubi Hönig (Gitarre) sowie Lars Hartmann (Bass). Um den Spannungspegel hoch zu halten, starteten die „Breiten“ am Samstag zunächst mit kultigen Stücken, die eher den Insidern ein Begriff sind („Geisterbahn fahr’n“) sowie neuen Nummern („War das schon alles“), bevor sie die Hits aus dem Koffer holten.

 „Wer schon mal im Kaufhaus geklaut hat, kann aufs Klo gehen, denn der weiß ja, wie es geht“, leitete Kai Havaii zum Song „Kleptomanie“ über. Natürlich durfte „Polizisten“ nicht fehlen, das sich um jene Klischees dreht, die sich um diese Berufsgattung ranken. Mit zwei inzwischen verstorbenen Idolen des deutschen Film- und Showgeschäfts sangen Extrabreit-Duette, die ebenfalls nicht auf der Setliste fehlen durften: „Für mich soll’s rote Rosen regnen“, das Kai Havaii Anfang 1993 mit Hildegard Knef interpretierte, wurde ebenso von den Fans gefeiert wie „Nichts ist für immer“, das drei Jahre später durch die gesangliche Beteiligung von Harald Juhnke geadelt wurde. 

Zwischendurch war beim Konzert die Euphorie so groß, dass Fan Manuela den leicht irritierten Kai Havaii von der Bühne ziehen wollte. „Ich kann jetzt nicht, ich muss arbeiten“ erteilte der Musiker dem begeisterten Fan eine liebenswürdige Absage. Im letzten Drittel des energiegeladenen Gigs, auf dem sich die Band in Hochform präsentierte, kamen die größten Extrabreit-Hits, darunter das Hans-Albers-Cover „Flieger (grüß’ mir die Sonne)“ und der Gassenhauer „Hurra, hurra, die Schule brennt“, bei dem ein Mädchen aus dem Publikum mitsingen durfte. 

Unterm Strich erlebten die Konzertbesucher am Samstag eindrucksvoll, warum Extrabreit auch nach vier Jahrzehnten als Live-Band eine echte Hausnummer darstellt und selbst auf Mega-Events wie Wacken noch immer einen Höhepunkt des Programms bilden kann.

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