Expertinnen beklagen ausufernde Bürokratie

Zwei Kisten mit Dokumentationen für einen Bewohner: Anschaulich demonstrieren Erika Silz (l.) und Ursula Günter Minister Karl-Josef Laumann die ausufernde Bürokratie.

LÜDENSCHEID – Zwei Kisten mit einem Wust von Papieren, Formularen und Schriftsätzen hatte Ursula Günter, Leiterin des Seniorenwohnheims Weststraße, heute mit in die Dependance Villa Toscana an der Philippstraße mitgebracht.

Damit wollte sie gemeinsam mit den Pflegedienstleiterinnen Erika Silz und Simone Traber NRW-Gesundheits- und Sozialminister Karl-Josef Laumann demonstrieren, wie sehr die geforderte Dokumentation in der Altenpflege in den vergangenen Jahren ausgeufert ist. Denn der Inhalt der beiden Kisten dokumentierte nur die „Geschichte“ eines Bewohners, nicht etwa aller zurzeit 50 in der Villa Toscana oder 158 im Seniorenwohnheim Weststraße. „Ich bin auch ratlos, wo etwas überflüssig ist“, meinte Laumann und lud die Expertinnen spontan ein, mit den Kisten ins Ministerium nach Düsseldorf zu kommen und sich dort wiederum mit Experten auseinanderzusetzen. Ziel soll es sein, die Bürokratie in der Pflege zu reduzieren, denn die Auswirkungen sind enorm. So haben sich drei Pflegefachkräfte des Seniorenheims wegen des Dokomentationswustes zu Assistenten der Fachkräfte herabstufen lassen, um sich mehr um die Pflege der Bewohner kümmern zu können. Immerhin gut 30 Prozent der Arbeitszeit der Pflegefachkräfte mache die Dokumentierung aus, verdeutlichte Ursula Günter das Ausmaß

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