Baukulturbeirat äußert sich

Experten zu Terragon-Wohnkomplex in der City: „Muss es ein Hochhaus sein?“

Kaufhausfassade in der Innenstadt und Passanten
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Leer, schädlich für den Einzelhandel, aber in bester Innenstadtlage: Die Tage der P-und-C-Brache am Sternplatz sind gezählt. Das Terragon-Projekt „Wohnresidenz“ hat eine weitere Hürde genommen.

Der Baukulturbeirat des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) befürwortet die Realisierung des Terragon-Projektes in der Fußgängerzone. Der Sprecher des Beirates, Darius Djahanschah, sprach am Mittwochabend im Stadtplanungsausschuss von einem „sehr seriösen Investor und renommierten Architekten“ sowie einem „tragfähigen Nutzungskonzept“.

Damit hat die Realisierung der Wohnresidenz Wilhelmstraße anstelle der P & C-Brache eine weitere Hürde überwunden.

Obwohl die Mitglieder des Expertengremiums dem Abriss und Neubau in bester Innenstadtlage zustimmen, gibt es gestalterische Bedenken. Djahanschah: „Wir haben uns die Frage gestellt: Muss es ein Hochhaus sein?“

Dem Beirat sei das Projekt ohne den geplanten Wohnturm „ganz lieb gewesen“. Doch es sei klar, dass der wirtschaftliche Druck auf den Investor einen „hohen Grad an Verdichtung“ bedingt.

„Ungewöhnliche Herausforderungen“ in Lüdenscheid

Auch im Hinblick auf die Tiefe des Gebäudes mit 18,50 Metern seien die Architekten vor „ungewöhnliche Herausforderungen“ gestellt, so Darius Djahanschah weiter. Es gelte, dunkle Flure und Wohnungen ohne ausreichend Tageslicht zu vermeiden.

Licht in der Fußgängerzone ist auch der Grund dafür, warum der Turm nach Überzeugung des LWL-Gremiums möglichst weit in Richtung Sauerfeld positioniert werden sollte.

Wegen der inzwischen schlechten Bausubstanz des Gebäudes Wilhelmstraße 10 – in direkter Nachbarschaft zur P & C-Brache – befürworten die Experten des Baukulturbeirates dessen Abriss. Den „historischen Bezug“ in einem Neubau „optisch abzubilden“, ist nach Djahanschahs Worten „sehr richtig“. Die Nachbildung der Fassade nach derzeitigem Vorbild sei „aber auch reduziert vorstellbar“.

Gestalterisch sind die LWL-Fachleute mit den Vorschlägen der Terragon-Architekten im wesentlichen einverstanden. Doch die „riesige Baumasse“ des Sockels und des Turms müsse sichtbar unterteilt werden, eher mit vertikalen als mit horizontalen Elementen. Insgesamt ist das Konzept der Investoren längst nicht in Beton gegossen, sondern „lediglich eine Studie“, wie Darius Djahanschah sagt.

Ein Problem sehen die LWL-Experten, ähnlich wie die Verantwortlichen im Rathaus, mit der Verkehrsanbindung des Objekts nahe dem Omnibus-Bahnhof Sauerfeld. Ein entsprechendes Gutachten ist laut Planungschef Martin Bärwolf ein wichtiger Punkt.

„Es ist schwierig, Prognosen abzugeben. Aber wenn wir wollen, dass in der Innenstadt gewohnt wird, müssen wir mit mehr Verkehr rechnen.“

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