Mit Wünschelrute im Studio

Düstere Aussichten für das Kino in der Stadtbücherei: Eine natürliche Ader drückt immer wieder Wasser durch die Wände.
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Düstere Aussichten für das Kino in der Stadtbücherei: Eine natürliche Ader drückt immer wieder Wasser durch die Wände.

Lüdenscheid - Eigentlich wähnte sich Gabriele Krumme, Zentrale Gebäudewirtschaft, schon auf der sicheren Seite, als sie im Vorfeld der Begehung des Studios in der Stadtbücherei durch die Kulturausschussmitglieder noch einmal die Wände überprüfte – alles trocken. Doch ein Anruf beim Geologen brachte Ernüchterung...

Seit Wochen habe es nicht mehr ausdauernd geregnet. Insofern sei „trocken“ nur ein Zwischenstand. Nach reichlich Regen habe man wieder „fließend Wasser“ im Studio. Allerdings dort, wo keines sein sollte. 

Düstere Aussichten für das schmucke Kino: Die Sitzreihen sind mit großen Planen abgedeckt, Bühne und Leinwand demontiert, die Wände bis auf Brusthöhe aufgehackt. Im oberen Bereich stehen in Reih und Glied Müllbehälter. Dort, wo sonst Bilderbuchkino, Spielfilme oder Lesungen laufen, gleicht der Platz einer Baustelle.

Am 30. September erfolgte der Alarm-Anruf seitens der Büchereileiterin Dagmar Plümer: Wasserschaden im Studio, es „quietscht“ unterm Teppich. Postwendend und fachmännisch ging man mittels Leckortung an die Ursachenforschung, denn im Studio befinden sich weder Zuwasser- noch Abwasserleitung. Am Ende blieb nichts, als den Putz von der Wand stemmen zu lassen. Aber den Grund für die Feuchtigkeit fand die Zentrale Gebäudewirtschaft immer noch nicht.

„Bei einer privaten Feier hat dann jemand mal was von einem Wünschelrutengänger erzählt“, wusste Gabriele Krumme den Kulturausschuss-Mitgliedern zu berichten, „und da hab ich gedacht: Sowas brauchen wir auch.“ Ein Wünschelrutengänger rückte an und stellte fest: Im unteren Bereich des Kinos verläuft eine natürliche Wasserader. Krumme zog einen Geologen hinzu – „Ich kann ja schließlich nicht eine Wasserader verlegen.“

Nun greift im Studio das „Prinzip Hoffnung“: Man könne, so Krumme, Mikrozement in die Haarrisse einbringen, die das Leck in der Wand abdichten: „Die Möglichkeit besteht, dass das klappt.“ Wenn nicht, bleibt als Alternative nur noch eine dauerhaft laufende Förderpumpe als permanenter Stromabnehmer im Nebenraum.

Rolf Breuker (SPD) stellte schließlich laut die Frage, die vermutlich die meisten Ausschussmitglieder dachten: „Wie lange wird das dauern?“ Ein Frage, die nicht zu beantworten sei. Wenn das System mit dem Mikrozement greift, so Krumme, dann zwei bis drei Monate.

Eine Kostenschätzung gibt’s noch nicht, aber Norbert Adam als Kulturausschuss-Vorsitzender brachte es in der anschließenden Sitzung auf den Punkt: „Das wird wohl eine relativ teure Angelegenheit!“

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