Nach Monaten des Umbaus

In Ex-Apotheke im MK: Mutige Händler eröffnen Laden trotz Corona-Krise

juwelier lüdenscheid
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Mustafa (links) und Birand Can wollen weiteren Schwung in die Innenstadt bringen.

Das historische Reichsadler-Apothekenhaus an der Lüdenscheider Wilhelmstraße ist zu neuem Leben erwacht. Der Grund: Nach Monaten des Umbaus hat dort die Lüdenscheider Familie Can Anfang März ihr neues Juweliergeschäft eröffnet.

Lüdenscheid – Für die Bergstädter Unternehmer mit türkischen Wurzeln ist das wohl ein Schritt, der durchaus einiger Courage bedurfte. Schließlich haben sie das Gebäude im Frühjahr 2020 gekauft – als die Coronakrise bereits in vollem Gange war. Für viele wohl nicht eben der optimale Zeitpunkt für wirtschaftliches und finanzielles Engagement. Die Cans und der Verkäufer der Immobilie – der Lüdenscheider Apotheker Dr. Joachim Schulz – sehen durch die Umnutzung des traditionsreichen Apothekenhauses auch die Chance für weiteren Schwung in der City. Doch der Reihe nach.

StadtLüdenscheid
LandkreisMärkischer Kreis
Einwohnerzahl 72.313 (Stand: 31.12.2019)

Mutige Händler eröffnen Laden trotz Corona-Krise: Juwelierfamilie Can alteingesessen

Im vergangenen Jahr hatte Joachim Schulz verkündet, sich beruflich umzuorientieren und das Gebäude an der Wilhelmstraße verkaufen zu wollen (wir berichteten). „Es gab mehrere Interessenten, aber unser Konzept hat Herrn Schulz am besten gefallen. Wir sind ihm sehr dankbar für die gute Kooperation.“ So die Worte von Birand Can. Er ist Sohn von Geschäftsinhaber Mustafa Can. Wie sein Bruder Naci arbeitet er hauptberuflich als Fachkraft in der Lüdenscheider Industrie. Nach Feierabend aber unterstützen beide ihren Vater im Geschäft. Die vierte im Bunde: Ehefrau und Mutter Emine Can.

Die Juwelierfamilie hat bereits lange einen Namen in der Stadt. Mustafa Can war 1995 als Arbeitnehmer nach Lüdenscheid gekommen. 2007 gründete er auf wenigen Quadratmetern im „Forum“ am Sternplatz sein eigenes Juweliergeschäft. 2013 folgte dann der Wechsel an die Wilhelmstraße 1 – und nun der Sprung an die Wilhelmstraße 35.

Mutige Händler eröffnen Laden trotz Corona-Krise: Viel investiert, eine Menge Eigenarbeit

„Wir haben natürlich viel investiert, aber wir wollten auch nicht immer weiter Miete zahlen“, so Mustafa und Birand Can unisono. Zu Buche schlug dabei nicht allein der Kaufpreis, sondern auch eine umfassende Renovierung der Räume. Birand Can: „Wir haben den Lockdown für die Sanierung genutzt.“ Das Mobiliar kam dabei überwiegend aus der Türkei. Geplant wurde in Corona-Zeiten digital mit 3-D-Zeichnungen. Die Arbeit bewältigten die Cans vor allem in Eigenregie. Birand Can: „Wir haben viele Verwandte und Freunde.“

Entstanden ist so ein modernes Geschäft mit Schmuckstücken aller Art. Darunter allein rund 2000 Trauringe. „Die Leute heiraten ja auch in Corona-Zeiten. Es gibt nur keine Feiern“, wissen Mustafa und Birand Can. Schmuckreparaturen, Altgoldankauf, Ohrlochstechen und Lasergravuren gehören ebenfalls zu den Offerten des Unternehmens

Die Cans hoffen dabei, mit ihrer Initiative auch etwas für die Lüdenscheider Stadtentwicklung zu tun. Noch einmal Birand Can: „Die schöne Innenstadt soll künftig noch lebendiger werden. Dafür geben wir jedenfalls unser Bestes.“

Von Sebastian Schmidt

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