"Eine Stunde Ruhe" im Kulturhaus

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Das Ensemble des Eurostudios Landgraf zeigte im Kulturhaus "Eine Stunde Ruhe".

Lüdenscheid - Am Ende ist Michels Leben ein riesiger Trümmerhaufen. Frau mit bestem Freund weg, bester Freund der eigentliche Vater seines Sohnes, Geliebte mit dem Klempner weg, und der hat die Wohnung in Schutt und Asche gelegt. Und dabei wollte der Jazzliebhaber (Timothy Peach) nur in Ruhe die LP „Me, Myself and I“ hören.

Das Tournee-Ensemble des Eurostudios Landgraf war am Mittwochabend mit der Komödie „Eine Stunde Ruhe“ zu Gast im gut gefüllten Kulturhaus. In der Hauptrolle des Jazzfreundes der Schauspieler Timothy Peach. TV-Dauerbrenner hier, Spielfilmheld da, Landarzt, Bergdoktor und jetzt Michel, verheiratet, ein Verhältnis mit der Freundin seiner Frau, Vater eines missratenen Sohnes, der einen portugiesischen Schwarzarbeiter beschäftigt, der vorgibt, ein Pole zu sein – „Polen kriegen immer Arbeit, Portugiesen nie“.

Mit der Vorstellung der Charaktere, die sich förmlich die Klinke in die Hand gaben, plätscherte der erste Akt der französischen Gesellschaftskomödie aus der Feder des Erfolgsautoren Florian Zeller dahin. Viel zu schnell geriet die Titel gebende „Stunde Ruhe“ für die Schallplatte in Vergessenheit und machte langatmigen Lebensbeichten Platz.

Fahrt, wenngleich auch ziemlich chaotische, nahm die Inszenierung erst im zweiten Teil auf. Da waren sie, die komödiantischen Momente, die das Publikum im großen Saal zum Lachen brachten. Slapstick, Situationskomik, treffsichere Pointen. Und da blitzte denn auch Florian Zellers pessimistische Sicht auf die Menschen auf, die er in seinen Stücken gern in humoristische Dialoge verpackt.

Das Ensemble wird zweifellos nach zwei Stunden Hektik, Vorwürfen, Wortgefechten, Lügen und Ablenkungsmanövern mehr als nur eine Stunde Ruhe brauchen. Mit lang anhaltendem Beifall entließ das Publikum die Schauspieler von der Bühne.

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