55 000 Euro Schaden

LÜDENSCHEID/ALTENA ▪ Gleich zwei getrennte Verfahren wegen Vorenthaltens und Veruntreuens von insgesamt mehr als 50.000 Euro Arbeitsentgelt, die durch Verwandtschaftsverhältnisse der beiden Angeklagten jedoch dieselben Inhalte hatten, beschäftigten am Dienstagmorgen das Amtsgericht in Altena.

Entsprechend hoch war der Berg an Beweisunterlagen, die Richter Dirk Reckschmidt eigenhändig in den Gerichtssaal wuchtete.

Zwei Männer, darunter ein 35-jähriger Lüdenscheider, die ihr Geschäft in Werdohl betrieben hatten, sollen über Jahre hinweg die Sozialabgaben für ihre Mitarbeiter nicht ordnungsgemäß entrichtet haben. Beide waren als Subunternehmer in der Montage- und Verpackungsbranche tätig.

Zum Teil soll der Lüdenscheider zu geringe Beiträge für seine Mitarbeiter an die Krankenkassen überwiesen haben, andere Mitarbeiter meldete er überhaupt nicht und beschäftigte diese „schwarz“. Dadurch soll der 35-jährige Lüdenscheider rund 25 000 Euro Schaden bei den Krankenkassen angerichtet haben, der zweite Angeklagte, ein 47-jähriger Plettenberger, knappe 30 000 Euro.

Das Verfahren gegen den ehemaligen Unternehmer aus Lüdenscheid fand aber gestern schnell nach kurzer Verhandlung sein Ende. Um die teils komplizierten Vorgänge der insgesamt 30 Fälle der Veruntreuung aufarbeiten zu können, die in den vom Zoll beschlagnahmten Unterlagen aufgeführt sind, soll ein weiterer Termin, wahrscheinlich auch mit Zeugen, anberaumt werden. Das Verfahren gegen den Verwandten des Lüdenscheiders endete mit einem Strafbefehl.

Der Plettenberger wurde in Abwesenheit wegen 23 Fällen der Veruntreuung zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Sein Verteidiger kündigte umgehend den schriftlichen Einspruch an, so dass auch dieses Verfahren das Altenaer Gericht wahrscheinlich noch einmal beschäftigen wird und die Aktenberge erneut in den Gerichtssaal getragen werden müssen. - GrAn

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