Ausbau des Warnsystems: 36.000 Euro für Lüdenscheid

Martina von Schaewen

Lüdenscheid - Kommt der Sirenenalarm zurück, der früher die Bevölkerung im Katastrophenfall flächendeckend warnte? Das Land NRW unterstützt den Auf- und Ausbau kommunaler Warnsysteme landesweit mit zehn Millionen Euro. 36.000 Euro davon hat die Stadt Lüdenscheid erhalten.

Von Martin Messy

Ob das Geld für die Reaktivierung von Sirenen eingesetzt wird, ist aber offen, wie Martina von Schaewen, städtische Fachdienstleiterin für Öffentliche Sicherheit und Ordnung, auf LN-Anfrage sagte. „Es gab ja früher verschiedene Sirenenwarntöne, die heute aber kaum noch jemand kennt. Das müsste dann erst einmal wieder vermittelt werden.“ Aber es gebe ja auch noch andere Möglichkeiten, die derzeit mit den beteiligten Stellen – wie Polizei und Feuerwehr – noch diskutiert würden. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen.

„Glücklich können sich die Kommunen schätzen, die den Sirenenalarm beibehalten haben“, sagt Thomas Klein, beim Märkischen Kreis zuständig für Ordnungsrecht und Bevölkerungsschutz. Die Initiative des Landes sei herausragenden Naturereignissen wie Kyrill, Hochwasser oder großen Industrieunfällen geschuldet – wie im April 2013 der Kanalbrand an der Elbinger Straße. Sicherlich spiele auch die zunehmende Gefahr durch Terroranschläge eine Rolle. „Es gilt, in bestimmten Bereichen im Katastrophenfall für eine noch bessere Vernetzung und einen schnelleren Informationsfluss an die betroffene Bevölkerung zu sorgen. „Damit soll keine Angst geschürt werden, sondern es sollen alle denkbaren Möglichkeiten ausgeschöpft werden.“

Thomas Klein zählte einige davon auf: Neben dem individuell programmierbaren analogen und digitalen Funkempfängern bei Alarmierungen über Sirenen zählt dazu das modulare Warnsystem (MoWas), womit amtliche Gefahrendurchsagen direkt an die Medien gesendet werden. Das Radioprogramm wird dann beispielsweise direkt unterbrochen.

Zudem gebe es den Dienst Katastrophenwarnsystem, kurz „Katwarn“. Registrierte Handybenutzer erhalten so zum Beispiel ortsgenau Unwetterwarnungen. Auf diese Weise ließen sich mögliche Lücken im Sirenennetz schließen. „Wahrscheinlich läuft es auf eine Mischung aus den digitalen Lösungen und dem Sirenenalarm sowie dem Einsatz von Lautsprechern und direkten Ansprachen vor Ort hinaus.“

In Lüdenscheid gibt es einen ständigen Krisenstab, der im April 2013 beim Kanalbrand an der Elbinger Straße erstmals im Einsatz war. Unterstützt wurde er auch von einem Stab des Kreises, für den die Einrichtung einer solchen Krisenintervention Pflichtaufgabe ist.

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