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3 Euro für Schnelltest ab Juli: Betreiber im MK sind skeptisch

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Von: Leon Malte Cilsik

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Finn Binczyk, hier im Bild mit Mitarbeiterin Stefania Haralambidou, bietet an seinen Testzentren künftig auch PCR-Tests an.
Finn Binczyk, hier im Bild mit Mitarbeiterin Stefania Haralambidou, bietet an den Safi Testzentren künftig auch PCR-Tests an. © Cedric Nougrigat

Die neue Corona-Testverordnung sorgt für Skepsis unter den Betreibern von Testzentren - und wirft einige Fragen auf. Denn noch sei unklar, wer künftig für seinen Test bezahlen muss und wer nicht.

Lüdenscheid – Auch wenn die Zeit langer Schlangen vor den Testzentren vielerorts vorbei ist, sind einige Menschen in ihrem Alltag nach wie vor auf die Corona-Tests angewiesen. Sie gehören zweifellos zu den Leidtragenden, wenn ab dem 30. Juni ein Eigenanteil von drei Euro bei jeden Schnelltest fällig wird, wie es die neue Testverordnung vorsieht. Doch auch die Betreiber der Testzentren äußern sich skeptisch.

„Die Preise steigen überall, die Schnelltests könnten zum ‘Luxus’ werden, den sich keiner mehr leisten möchte“, befürchtet Finn Binczyk, Geschäftsführer der Testzentren Safi. Das sei angesichts der hohen Infektionszahlen bedenklich – von 600 Tests seien kürzlich noch 90 positiv ausgefallen.

Dirk Frank, Inhaber vom Coronapoint, denkt dabei noch einen Schritt weiter: „Überall ist die Rede von rasant steigenden Infektionszahlen – dabei testen wir rund 80 Prozent weniger als noch vor einigen Monaten. Die Dunkelziffer muss enorm sein.“

Beide Betreiber stehen nun vor der Aufgabe, eigene Bezahlsysteme mit EC-Lesegeräten zu organisieren – „so kurzfristig wird das schwierig und teuer, aber eine Barzahlung wäre aus hygienischen und logistischen Gründen nicht umsetzbar“, sagt Frank.

Kostenlose Tests für vulnerable Gruppen

Und auch ein weiterer Aspekt der neuen Testverordnung wirft bei den Betreibern Fragen auf: Für vulnerable Gruppen, darunter beispielsweise Kinder bis fünf Jahre, Frauen zu Beginn der Schwangerschaft sowie Besucher von Kliniken und Pflegeheimen, sollen die Tests weiter kostenlos bleiben.

„Wie sollen wir das kontrollieren?“, fragt sich Binczyk. Mit seinem Team arbeite er derzeit noch an Konzepten, beispielsweise einer Unterschriftenlösung. „Wir hoffen, dass der Bund dazu noch konkreter wird, andernfalls könnte ab Juli großes Chaos an den Testzentren herrschen“, führt Binczyk weiter aus. Alternativ appelliert er, das Land NRW solle den Eigenanteil der Bürger übernehmen: „Die Länder haben laut Testverordnung zumindest theoretisch die Möglichkeit dazu. Ich hoffe, sie machen davon Gebrauch.“

Neue Möglichkeit für PCR-Tests in Lüdenscheid

Das LN-Gespräch nutzte Binczyk noch für eine Ankündigung: Die Testzentren Safi bieten ab sofort auch PCR-Tests an. „Das hatten wir ohnehin geplant. Da der Staat die Kosten trägt, bräuchten wir dafür auch kein eigenes Bezahlsystem.“ Mit im Boot ist dabei das Lüdenscheider Labor Wahl, eine Anmeldung ist über die Webseite der Safi Testzentren möglich.

Ungeachtet der Änderungen verkündeten alle Testzentren, zunächst an ihrem Betrieb festzuhalten – dazu zählen auch die des DRK.

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