200 000 Euro im Betrieb ergaunert

Lüdenscheid - Die Verkaufsleiterin eines Unternehmens im Märkischen Gewerbepark Rosmart hat ihrem Arbeitgeber durch gewerbsmäßige Betrügereien und Unterschlagungen einen Schaden von rund 200 000 Euro zugefügt. Ein Hagener Schöffengericht verurteilte die Frau jetzt deshalb zu einer Freiheitsstrafe von 21 Monaten und setzte die Strafe zur Bewährung aus. Das Urteil ist rechtskräftig.

Rund fünf Jahre lang hat die Verurteilte immer wieder die Gelegenheit ergriffen, ihre Privatkasse „schwarz“ aufzubessern. Als Verantwortliche für die Abwicklung von Kundenbestellungen hatte sie dafür ihr eigenes System entwickelt. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft legte sie im EDV-System der Firma Kundenaufträge an, erstellte Liefernachweise und veranlasste, dass die Kunden die Ware direkt in Rosmart abholten.

Bei der Abholung ließ sie sich den Kaufpreis für die Waren in bar auszahlen und kennzeichnete die Aufträge im Warenwirtschaftssystem des Unternehmens als „erledigt“. Erwartungsgemäß führte die Betrügerin bei ihren Bargeschäften überdies auch keine Umsatz- oder Einkommensteuer ab, so dass die Staatsanwaltschaft ihr zusätzlich Steuerverkürzung vorwarf.

Schon im Ermittlungsverfahren hatte die Beschuldigte zugegeben, wegen privater finanzieller Engpässe gehandelt zu haben. Offenbar war sie durch die Anfrage eines Kunden auf die Idee gekommen, der darum bat, Waren auch ohne Rechnung bei ihr beziehen zu können. Anfangs sei sie davon ausgegangen, den Schaden wieder ausgleichen zu können. Doch dann seien die Probleme ihr über den Kopf gewachsen. Das ergaunerte Geld habe sie ausschließlich für ihre Familie verwendet.

Ein psychologischer Sachverständiger bescheinigte der Angeklagten volle Schuldfähigkeit.

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