Euphorischer Applaus für Klüttermann-Schüler

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Die Romantiker im Publikum kommen gleich zu Beginn bei der Suite aus „Dornröschen“ von Peter Tschaikowski auf ihre Kosten. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Der beste Lohn eines Künstlers, so heißt es, ist der Applaus des Publikums und eine ausverkaufte Vorstellung. Das Ensemble der Ballettschule Klüttermann wurde gleich doppelt belohnt, denn bei beiden Aufführungen des aufwändig gestalteten Ballettabends am Freitag und Samstag gab es im Theatersaal des Kulturhauses keine freien Plätze mehr.

Der stürmische Applaus sowie lautstarker Jubel war den mitwirkenden Tänzerinnen aller Altersklassen unter Federführung der Choreografinnen Heidi und Manuela Klüttermann ebenfalls sicher, denn die Qualität der tänzerischen Darbietungen erreichte ebenso ein hochprofessionelles Niveau wie die detailreiche und farbenprächtige Kostümausstattung.

Das aufwändige, mit Pause rund dreistündige Programm, bestand aus drei Teilen und deckte somit eine große Bandbreite an Variationen des Balletts und des Tanzes ab.

Die Romantiker im Publikum kamen gleich zu Beginn bei der Suite aus „Dornröschen“ von Peter Tschaikowski auf ihre Kosten. In duftig-weißen Ballettkleidern kreierten die Tänzerinnen einen federleichten „Traum in Weiß“, dessen Choreographie durch Eleganz und Leichtigkeit überzeugte. Als Solo-Tänzerinnen beeindruckten Céline Reynaud und Corina August.

Im Mittelpunkt des Abends stand das Handlungsballett „Die Puppenfee“, dessen einzigartiger Zauber nach eigenen Angaben auch Heidi Klüttermann, die zwischen den Programmteilen als Moderatorin fungierte, einst für das Ballett begeisterte und den Anstoß zu ihrer Berufswahl gab.

Der Einakter mit Musik von Joseph Bayer dreht sich um das Meisterwerk eines Puppenmachers, die „Puppenfee“ (mit intensiver Bühnenpräsenz: Vanessa Herbst), die in einer geheimnisvollen Nacht alle Schöpfungen des Meisters zum Leben erweckt. In der fröhlichen, vor farbenprächtigen Kostümen strotzenden Choreographie wimmelte es auf der Bühne nur so vor Tirolerinnen, Spanierinnen und Chinesen, bestens aufgelegten Can-Can-Tänzerinnen und lustigen Harlekinen. Einzelne Choreographien der Gesamtinszenierung von „Die Puppenfee“ waren dabei von Julia und Nicola Müller einstudiert worden.

Nach der Pause kamen alle Freunde zeitgenössischer Tanz-Stile auf ihre Kosten. Den 2009 verstorbenen Michael Jackson würdigte Heidi Klüttermann als hervorragenden Tänzer und Musiker, der insbesondere den Jazz-Tanz revolutioniert hat. Somit wurde ihm im Rahmen des Ballett-Abends eine ausführliche Tribute-Choreographie gewidmet. Kraftvoll, dynamisch und dramatisch interpretierten die Tänzerinnen den „Earth Song“, machten in giftgrünen Nebel getaucht die Bühne als Zombies in „Thriller“ unsicher und steppten kraftvoll zu „Billy Jean“.

Die Step-Schuhe kamen zuvor auch erfolgreich beim „Time Step“ zum Einsatz. In feurigem Rot und angeführt von Manuela Klüttermann, die an diesem Abend nicht nur für die meisten Choreographien verantwortlich zeichnete, sondern bei fast allen Nummern auch selbst mittanzte, wurden zwei heißblütige Flamencos in perfekter tänzerischer Ausführung und gelungener Atmosphäre dargeboten. Schließlich überzeugten die „Golden Girls“, Tänzerinnen in den besten Jahren, mit zwei schwungvollen Nummern.

Ließen bereits einige Tänze im Rahmen des Michael-Jackson-Tributes Erinnerungen an 80er-Jahre-Tanzfilme aufleben, war nun die energiegeladene Choreographie des Film- und Musical-Hits „Fame“ angesagt. Darüber hinaus kamen auch die Fans des ABBA-Musicals „Mama Mia“ auf ihre Kosten.

Zum Abschluss des rundum gelungenen Show-Abends fanden sich alle Akteure noch einmal zu „It’s no business like showbusiness“ auf der Bühne zusammen, bevor unter euphorischem Applaus die Choreographie aus „Fame“ als Zugabe wiederholt wurde.

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