Etappensieg auf dem Weg zur völligen Normalität

Unüberhörbar engagiert: Behinderten-Beauftragter Klaus-Martin Pandikow warb auf dem Sternplatz für die Anliegen des Aktionstags.

LÜDENSCHEID ▪ Steter Tropfen höhlt den Stein. Das mag wohl auch für jenen gesellschaftlichen Prozess gelten, der darauf abzielt, Menschen mit Behinderungen nicht mehr als etwas Außergewöhnliches, sondern als Selbstverständlichkeit im menschlichen Miteinander zu betrachten. Der Weg dahin, keine Frage, ist eine Langstrecke. Doch die Dinge sind längst in Bewegung geraten. In positivem Sinne.

Das zeigte sich auch beim bundesweiten Aktionstag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen, der am Samstag auch in der Lüdenscheider City seinen Widerhall fand. Es war sozusagen ein Etappensieg auf dem Weg zur Normalität.

Auf dem Sternplatz lockte an diesem Vormittag eine auffällige Budenstadt mit einem breit gefächerten Informations- und Aktionsangebot. Organisiert und koordiniert wurde die Veranstaltung von der Lüdenscheider Interessenvertretung für Menschen mit Behinderungen – in Kooperation mit den in dem Gremium vertretenen Verbänden. Die Moderation übernahmen Lüdenscheids ehrenamtlicher Behinderten-Beauftragter Klaus-Martin Pandikow und Entertainer Thomas Gnatowski. Offiziell eröffnet wurde der Aktionstag von Bürgermeister Dieter Dzewas. Das Motto der Offensive: „Inklusion – Dabei sein. Von Anfang an.“ Finanzielle Unterstützung erfuhr die Veranstaltung übrigens von der bundesweiten „Aktion Mensch“.

Es waren etliche in der Behinderten-Arbeit erfahrene Institutionen, die sich am Samstag präsentierten. So der Club der Behinderten und ihrer Freunde (CeBeeF), die Lebenshilfe und der Lüdenscheider Werkstattladen, das Rote Kreuz, der Interessenverband für Unfallverletzte oder auch der Sportverein LTV 1861. Die Liste ließe sich fortsetzen.

Auch die Themen an diesem Tag waren vielschichtig. Ins Blickfeld rückten dabei besonders auch die angepeilte Barrierefreiheit sowie noch existierende Gefahren und Ärgernisse für Rollstuhlfahrer. So etwa die immer wieder kritisierte Regenrinne auf dem Sternplatz. Spektakulär außerdem: der auf dem Sternplatz aufgebaute Rolli-Parcours.

Klaus-Martin Pandikow warb am Samstag im LN-Gespräch erneut für ein Umdenken im Umgang mit Behinderten, räumte aber auch ein: „Unser Engagement bedeutet das Bohren dicker Bretter.“

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