„Erwartungsgemäß“: Quote ist leicht gestiegen

LÜDENSCHEID ▪ Mit Beginn der Sommerferien ist die Zahl der Arbeitslosen gestiegen – „erwartungsgemäß“, wie der Chef der Bundesagentur für Arbeit am Duisbergweg, Reinhard Korte, sagt. Kreisweit ist die Zahl der Menschen ohne Arbeit im Vergleich zum Juni um 1,1 auf 6,6 Prozent geklettert, in Lüdenscheid um 0,1 auf 7,6 Prozent. Die Ursache für den „moderaten Anstieg“ sehen die Statistiker der Bundesagentur im Ende vieler Berufsausbildungen und dem Abschluss des Schuljahres.

Insgesamt aber verzeichnet Reinhard Korte in der Kreisstadt – verglichen mit dem Juli 2010 – einen Rückgang der Arbeitslosenquote um 17,4 Prozent. Das sind 640 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Derzeit sind demnach 3752 Menschen in Lüdenscheid, Halver und Schalksmühle – Zuständigkeitsbereich der Dienststelle – ohne Beschäftigung. Im Stadtgebiet gibt es derzeit 3036 Arbeitslose.

Von der Dynamik auf dem Arbeitsmarkt profitieren nach aktuellen Berechnungen vor allem Frauen und Männer unter 25 Jahren. Das führt Reinhard Korte auf ein Bündel von Maßnahmen zurück, mit dem sich die Bundesagentur speziell an die jungen Leute gewandt hat. „Ausbildungsabsolventen nehmen verstärkt an Gesprächen, Gruppeninformationen, Bewerbungstrainings und dem direkten Arbeitgeber-Service teil.“ Entscheidend sei außerdem, dass die Zahl der Übernahmen nach einer Ausbildung gegenüber 2009 – dem Krisenjahr – deutlich angestiegen ist.

Zwar ist die Quote der jungen Arbeitslosen aus Sicht der Agentur für Arbeit stärker gesunken als die der anderen Personengruppen, zum Beispiel der Menschen ab 50. Aber es könnte noch besser sein. Korte: „Ein häufiges Vermittlungshemmnis ist die Tatsache, dass es immer mehr junge Männer ohne Führerschein gibt.“ Bei den heutigen Preisen für den „Lappen“ auch „kein Wunder“, wie der Dienststellenleiter sagt.

Negativer ist der Trend einerseits bei den über 50-Jährigen, die nach Kortes Einschätzung zwar gut ausgebildet und erfahren, aber auch teurer sind. Andererseits hat es die Gruppe der Schwerbehinderten derzeit auf dem Arbeitsmarkt besonders schwer. Deren Zahl ist im Vergleich zum Vorjahresmonat um 49 auf 351 geklettert. Zum einen, so Korte, hätten viele Arbeitgeber Zweifel an der Leistungsfähigkeit Behinderter, zum anderen sei es wegen der Kündigungsschutzgesetze schwieriger, sich von ihnen zu trennen.

Ungünstig wirkt sich nach Kortes Worten ein zunehmender Trend von Abwanderungen junger Leute aus Lüdenscheid aus. „In zehn Jahren werden wir rund 25 Prozent weniger Schulabgänger haben als heute.“

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