Immer mehr Menschen im MK werden eingeäschert: Millionen-Investition in Feuerbestattung

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Erster Spatenstich: Auf dem Areal am Waldfriedhof Loh entsteht ein Erweiterungsbau.

Lüdenscheid – Dreieinhalb Jahre der Planungen, Genehmigungsverfahren und Beteiligungen liegen hinter den Verantwortlichen – doch nun hatten sie allen Grund zur Freude: Mit dem ersten offiziellen Spatenstich gaben Ralf Wendland, Geschäftsführer der Feuerbestattung Sauerland GmbH, Betriebsleiter Dennis Schönrath, Prokurist Dieter Eckardt sowie die Architekten des Bauprojekts und die Gesellschafter der GmbH das Startsignal für den Erweiterungsbau des Krematoriums auf dem Areal des Waldfriedhofs Loh.

„Wir sind sehr froh, dass es nun endlich losgeht“, freute sich Wendland über den Beginn der Baumaßnahme, die bereits im Jahr 2017 in einer Infoveranstaltung der Öffentlichkeit vorgestellt worden war und in etwa zwölf Monaten abgeschlossen sein soll. Wendlands Worte: „Das ist ein neuer Abschnitt für die Feuerbestattung. Der Dank gilt gerade auch unseren Mitarbeitern, die das Projekt erst möglich gemacht haben.“

Bereits seit 2005 betreibt die Feuerbestattung Sauerland GmbH das Krematorium an der Werkshagener Straße. Geplant ist nun Folgendes: Weil die Kapazitäten der beiden vorhandenen Ofenlinien nahezu erschöpft seien, soll eine dritte Ofenlinie hinzukommen. „Mit mehr als 9000 Einäscherungen pro Jahr sind wir an der Kapazitätsgrenze angekommen“, verwies Wendland auf den derzeit oftmals notwendigen Drei-Schicht-Betrieb.

Durch den zusätzlichen Ofen möchte man daher auch die Arbeitszeiten entzerren und eventuell zu einem Zwei-Schicht-Betrieb zurückkehren. Hinzu komme, dass auch in Zukunft damit zu rechnen sei, dass die Einäscherungszahlen weiter steigen werden. „Die Bestattungskultur innerhalb der Bevölkerung hat sich dahingehend geändert“, weiß der Bestatter aus Herne.

Wie es dazu in einer Bekanntmachung der Stadt aus dem Jahr 2018 heißt, sei von einem Anstieg der Feuerbestattungen von derzeit rund 65 auf 80 Prozent auszugehen. Auch das Aufnahmevolumen der neuen Ofenanlage wird größer ausfallen als bei den beiden Vorgängermodellen, das heißt: Da man es mitunter auch mit schwergewichtigeren Personen zu tun habe, für die entsprechende Sargformate notwendig seien, müssten auch die Öfen entsprechend angelegt sein.

„Damit möchten wir für die jetzigen und zukünftigen Aufgabenstellungen gewappnet sein“, betont Wendland. Und: Der Erweiterungsbau werde so vorbereitet, dass die Realisierung einer Ersatzlinie oder einer weiteren optionalen Erweiterung möglich wäre. Durch den Einbau neuer technischer Einrichtungen sollen die CO2-Emissionen nach Aussage der Verantwortlichen zukünftig verringert werden – und zwar sowohl für die bestehende als auch die neue Anlage. Die anfallende Abwärme soll in Strom zum Eigenverbrauch umgewandelt werden. 

Noch in Planung ist darüber hinaus ein zweiter Erweiterungsbau – und zwar in Form eines Mehrzweckraums. „Angedacht ist, dass dieser später zum einen von Angehörigen für Nachfeiern angemietet und genutzt werden kann. Zum anderen soll dieser Mehrzweckraum auch den Friedhofsbesuchern als Treffpunkt oder als Verweilraum, beispielsweise zum Warten auf den Bus, zur Verfügung stehen.“ Die geplanten Neubauten sollen auf der Wiesenfläche vor dem jetzigen Krematoriumsgebäude entstehen. Insgesamt investiert die Feuerbestattung Sauerland GmbH nach eigener Aussage etwa vier Millionen Euro in den Erweiterungsbau. Seine Inbetriebnahme ist für Mitte nächsten Jahres geplant.

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