Säulenwand am BGL

Erste Kunststoffplastik in Lüdenscheid

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Eigentlich sollte die Säulenwand von Kurt Kornmann schon bei ihrer Errichtung beleuchtet werden – Schulleiter Dieter Utsch, Sparkassenvorstandsvorsitzender Markus Hacke, Fördervereinsvorsitzender Peter Gust, stellvertretender Schulleiter Dr. Dietmar Simon und Kai Fischer von Fischer Elektro (v.l.) freuen sich, dass das jetzt realisiert werden konnte.

Lüdenscheid - Seit kurzem ist das Wahrzeichen des Bergstadt-Gymnasiums – die Säulenwand, die Kurt Kornmann seinerzeit gestaltet hat – auch bei Dunkelheit ein markanter Hingucker auf dem Schulhof. Mit Unterstützung der Bürgerstiftung der Sparkasse und der Firma Fischer Elektro war dies, wie berichtet, möglich geworden.

Im Sommer 2012 bereits strahlte die Säulenwand nach einer Restaurierung in neuem Glanz. Die Beleuchtung bildet nun das I-Tüpfelchen. Laut dem stellvertreten Schulleiter Dr. Dietmar Simon bestand schon bei der Errichtung der im Schuljargon auch als „Nudeln“ bezeichneten Säulen die Idee einer Illumination. Realisiert wurde sie nun mehr als 40 Jahre später. Kai Fischer und seine Mitarbeiter haben bei den Elektroarbeiten Leitungen gefunden, die bereits verlegt waren – ob sie dafür gedacht waren, weiß heute niemand mehr. Sie waren aber auf jeden Fall nicht mehr nutzbar. Recht aufwändig erwiesen sich die Arbeiten zur Verlegung der neuen Leitungen für die beiden modernen LED-Leuchten durch den Betonsockel, berichtet Fischer.

Ende April 1974 war die Kunststoffplastik zum Gymnasium transportiert und auf dem Sockel verankert worden. Eine detaillierte Beschreibung hat Helmut Pahl in seiner Reihe „Aus dem Kunstbesitz der Stadt Lüdenscheid“ veröffentlicht. Daraus geht unter anderem hervor, dass Kornmann, obwohl schon seit 1970 als Kunstlehrer am damaligen Städtischen Gymnasium tätig, nur einer von fünf Bildhauern war, die einen Vorschlag für ein Kunstwerk an der neu errichteten Schule eingereicht hatten. Der Kulturausschuss votierte im Mai 1973 mit 5:3 Stimmen für Kornmanns Entwurf einer Säulenwand, die „parallel zur Wand des dahinterstehenden Gebäudes steht. Sie besteht aus 2x2 gleichen Säulen, die einander wechselweise zugeordnet sind. Dabei ist nicht nur das tatsächliche plastische Volumen wichtig, sondern auch die zwischen zwei Säulen entstehende Negativ-Formen, die sich aus Wölbung und Höhlung ergeben“, zitiert Pahl den Künstler. Die Säulenwand wurde Lüdenscheids erste Kunststoffplastik.

Arnd Fiedler, ebenfalls Kunstlehrer an der Schule, die seit 1976 Bergstadt-Gymnasium Lüdenscheid heißt, schrieb im Jahrbuch 2014: „Heute mehr denn je gilt: Es war ein besonders glücklicher Tag für das BGL. Denn keiner der von einem hochkarätigen Bewerberfeld eingereichten Entwürfe hätte das heutige Selbstbild des BGL so konsequent und einfühlsam repräsentiert wie diese Plastik.“ Die paarweise Anordnung der Säulen, einmal einander zu- und einmal voneinander abgewandt, bilde einen direkten Bezug zum schulischen Leben und symbolisiere zum einen das Miteinander Arbeiten und Lernen von Lehrern und Schülern und zum anderen den Abschluss und das Verlassen der Schule, beschrieb Kornmann seine Intention.

Er war 33 Jahre – bis 2003 – Lehrer am BGL. Bis heute ist er Künstler aktiv und weit über die Region bekannt.

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