Erste Kopfhörerparty in der Karl-Kuhne-Halle

Guter Sound in den Ohren – und keine Lärmbelästigung: Die erste Kopfhörerparty kommt.

LÜDENSCHEID - Was in Großstädten schon längst zum angesagten Samstagabend-Geheimtipp gehört, ist in Lüdenscheid ein Pilotprojekt: Am Montag, 30. April, kann in der Karl-Kuhne-Halle an der Nordstraße 7 auf eine ganz besondere Art in den Mai getanzt werden. Gegen 21 Uhr beginnt dort das „silent phaenomen“, eine Disco, deren Musik man maximal bis zu den Eingangstüren hört.

Das Zauberwort heißt in diesem Fall Kopfhörer. „Aber nicht irgendwelche. Das sind die besten, die am Markt zu haben sind“, wirbt Edy Cidemir für die Party. Er gehört zum Projekt „Die rosarote Brille“, ein Team, das vor Jahresfrist im Märkischen Kreis antrat, um Veranstaltungen mit Pfiff auf die Beine zu stellen. In Hamburg habe er sich diese stillen Discos angesehen und für gut befunden, erläutert Edy Cidemir im Gespräch: „Man hat von vorneherein keine Schwierigkeiten mit der Lautstärke“, sagt er mit Blick auf drohende Anwohnerbeschwerden: „Wir haben unser Konzept vorgelegt und die Genehmigung bekommen, an der Nordstraße so eine Disco veranstalten zu können.“ Platz bietet das Team rund 500 Gästen, der Kopfhörer ist im Eintrittspreis mit inbegriffen. Allerdings nur als Leihgerät - „das sind spezielle Kopfhörer, da kann man ohnehin so weiter nichts mit anfangen“, sagt Cidemir. Über ein Zweikanalsystem kommen zwei verschiedene Arten Musik direkt ins Ohr: House/Electro und R'n'B. So kann der Tanzwütige selbst entscheiden, wonach ihm gerade der Sinn steht.

Freakige Briten entwickelten das System der Kopfhörerparty, das inzwischen auch vom europäischen Festland Besitz ergreift. Körper also, die im Neonlicht zu nicht hörbare Beats zucken? Edy Cidemir lacht: „Nein, nicht ganz so. Der Rest ist mit einer normalen Großraumdisco vergleichbar – die entsprechende Beleuchtung, damit sich die Tänzer nicht beobachtet fühlen, Getränke, Hintergrundmusik, Servicepersonal, das ebenfalls Kopfhörer trägt. Es gibt halt keine Beschallung nach draußen. Die Lautstärke kann jeder Gast für sich am Kopfhörer einstellen, eine Lounge sorgt zusätzlich dafür, dass man die Kopfhörer abnehmen und sich unterhalten kann.“

Für den „guten Ton“ sorgen an zwei Mischpulten jeweils vier Discjockeys, die das Team kreuz und quer durch Nordrhein-Westfalen verpflichtet hat. „Gute Leute“, weiß Cidemir, der selbst aus der Szene kommt. Die Musik wird über Funk durch den Saal getragen, die Kopfhörer sind mit Batterien versehen, die an die neun Stunden halten. Das seien beste Voraussetzungen für ein Kopfhörer-Open-Air, träumt die „Rosarote Brille“ von einem ähnlichen Festival mitten auf dem Rathausplatz.

Aber dafür müsse erstmal das Pilotprojekt in der Karl-Kuhn-Halle gut laufen, kehrt der Veranstalter schnell auf den Boden zurück. Acht Euro kostet das Ticket in die Welt der stillen Discosounds im Vorverkauf bei Jeans Zeppelin im Sterncenter sowie in der Fahrschule Jürgen Huhn. An der Abendkasse sind zehn Euro fällig. Die Kopfhörer werden am Partyabend zur Verfügung gestellt. - rudi

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare