Erste islamische Bestattungen am Wehberg

Der Eingang zum Kommunalfriedhof Wehberg, auf dem jetzt auch islamische Bestattungen möglich und schon erfolgt sind.

LÜDENSCHEID ▪ Erst seit gut zwei Wochen gilt die neue Friedhofssatzung, nach der muslimischen Bestattungen auf dem Kommunalfriedhof Wehberg möglich sind und schon sind zwei Beerdigungen erfolgt. Außerdem seien zwei Gräber – ein Doppel – und ein Einzelgrab verkauft worden, sagt Hans Kreinberg vom Stadtreinigungs-, Transport und Baubetrieb Lüdenscheid (STL), in dessen Regie der Friedhof verwaltet wird.

„Wir hatten auch bereits einige Anfragen aus Nachbarstädten wie Werdohl oder Neuenrade“, fügt Kreinberg hinzu. „Das läuft in anderen Städten, in denen muslimische Bestattungen möglich sind, ganz unterschiedlich. Ich denke, es muss sich erst einmal etablieren.“ Man könne daher jetzt noch keine Prognose abgeben, inwieweit die neue Bestattungsform auf dem kommunalen Friedhof künftig angenommen werde.

Eine Satzungsänderung war deshalb notwendig geworden, weil muslimische Bestattungen in der Regel als Tuchbestattungen durchgeführt werden und bislang für Kommunalfriedhöfe Sargpflicht bestand. Die sarglosen Tuchbestattungen können jetzt auf ein- und mehrstelligen, Richtung Mekka ausgerichteten Wahlgrabstätten stattfinden, die 30 Jahre genutzt werden können. Verlängerungen sind möglich. „Gestaltet sind die beiden Gräber noch nicht, was angesichts der Jahreszeit verständlich ist. Das wird wohl erst im Frühjahr geschehen“, sagt Hans Kreinberg.

Mit der Zulassung muslimischer Bestattungen hatte die Stadtverwaltung schnell und unkompliziert auf eine Anfrage der Türkisch-Islamischen Gemeinde reagiert. Der Rat stimmte der Satzungsänderung zu.

Imam Ali Cevik hatte darauf hingewiesen, dass viele Lüdenscheider muslimischen Glaubens, die schon seit mehreren Jahren hier leben, sich in ihrer Heimat beerdigen lassen, weil nur dort eine Bestattung nach den islamischen Regeln möglich ist. Für die mehr als 5000 in Lüdenscheid ansässigen Türken sei eine Überführung nicht nur eine kostspielige Angelegenheit. „Sie haben auch keine Möglichkeit, am Grab ihrer Verstorbenen zu trauern.“ Jetzt ist dies möglich. 60 Plätze sind zunächst am Kommunalfriedhof Wehberg vorgesehen.

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