Der nächste Schicksalsschlag in Brügge

Erst Corona, dann Hochwasser: Hotel-Betrieb in Brügge öffnet wieder

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Silke Passmann (links) und Katrin Fuchs-Krumsdorf haben gemeinsam mit dem Team tagelang aufgeräumt. Besonders gefreut hat sich Silke Passmann über den Soroptimistenclub, der sich regelmäßig bei Passmann trifft und spontan sammelte. Heute kann wieder eröffnet werden.

Monat um Monat floss Pandemie-bedingt in dem Hotel an der Volme kein nennenswerter Cent in die Kasse. Touristische Gäste durften nicht beherbergt werden, die Corona-Inzidenzzahl war zu hoch. Vor zwei Wochen kam das erste, zögerliche Aufatmen in Sachen Beherbergung – am vergangenen Mittwoch dann der nächste Schicksalsschlag für die gebeutelte Hoteliersfamilie: Hochwasser.

Brügge - Kaputt ist so ziemlich alles, was der Keller des Hotels Passmann beherbergte. „Und ehrlich gesagt“, sagt Geschäftsführerin Silke Passmann, „hab ich auch die Schnauze voll!“

Wasser und Schlamm flossen ins Kellergeschoss, standen einen guten Meter hoch. „Wir haben letzten Mittwoch schon nachmittags angefangen, das Wasser raus zu schippen. Mein Vater hat dann angerufen und gefragt, wie’s aussieht. Da ging das eigentlich noch. Aber als dann die Volme über die Mauer trat, hatten wir keine Chance mehr.“

Mobile Pumpen gehören lange schon zum Inventar des Betriebes im Volmetal. Aber weder die, noch Rudolf Passmann mit seinem Know-how in Sachen Pumpen konnten die Wassermassen bändigen, die unaufhörlich in den Keller flossen. „Wir hatten schon Hochwasser hier, aber so hoch? Das hab ich noch nie gesehen“, erinnert sich Silke Passmann an Nacht der Flut und an die Tage danach – „mit 15, 18 Leuten haben wir das Wasser und den Schlamm ‘rausgeschippt und sind noch nicht fertig.“

Meterhoch stand das Wasser im Keller des Hotel-Restaurants.

Meterhoch türmt sich mittlerweile das Inventar, das im Keller lagerte – „alles Kernschrott“, sagt Silke Passmann, die sich seit 2003 in dritter Passmann-Generation im Volmetal um das Wohl ihrer Gäste kümmert.

Aber als dann die Volme über die Mauer trat, hatten wir keine Chance mehr.

Silke Passmann

Die Gäste, die sie mit ihrem Team am vergangenen Wochenende verwöhnen wollte, musste sie ausladen. „Wir waren voll belegt, aber es gab ja kein Heißwasser“, sagt sie. Denn im Keller lagerte nicht nur Mobiliar, sondern dort stehen auch Maschinen wie Trockner oder Mangel, die Heizanlage und eine Hebepumpe. Auch hier schlug die Hochflut gnadenlos zu.

Heißes Wasser gibt es erst seit Anfang der Woche wieder, nachdem die Heizanlage auf Strombetrieb umgestellt werden konnte. Ob der Maschinenpark zu retten ist, steht ebenso wenig fest wie eine Schadenshöhe. Die Kegelbahn zumindest ist komplett zerstört.

Die Kegelbahn ist ein einziges Trümmerfeld.

Aber gute Nachrichten gibt’s auch: Seit Freitag läuft der Betrieb bei Passmann wieder zu den gewohnten Öffnungszeiten. Nächste Woche kommt ein Gutachter, Elementarschäden sind versichert. So hofft die Hoteliersfamilie, dass sie diesmal nicht auf Gelder vom Bund angewiesen ist, sondern dass die Versicherung den Wasserschaden abdeckt.

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