„Erschreckende Tendenz“ bei psychischen Erkrankungen

Die DAK legte ihren Gesundheitsreport 2015 vor.

Lüdenscheid - Laut dem aktuellen DAK-Gesundheitsreport sind die Krankschreibungen aufgrund psychischer Erkrankungen 2014 erneut gestiegen, seit dem Jahr 2000 sogar um 120 Prozent. „Eine erschreckende Tendenz“, sagte DAK-Servicezentrum Leiter Dirk Heppe am Dienstag bei der Vorstellung des Berichts.

Begleitet von Dr. Reiner Quakulinski-Berninghoff, Leiter des Arbeitsmedizinischen Dienstes Lüdenscheid, stellte er die Zahlen vor. Die Analyse, die den Krankenstand im Sauerland und im Siegerland aufzeigt und in Vergleich zu Land und Bund setzt, ergibt, dass es 2014 bei Erkrankungen wie Depressionen oder Angstzustände 14,5 Prozent mehr Ausfalltage (je 100 Versicherte in ganz NRW) gab als im Vorjahr. 256 Tage waren es 2014. Am deutlichsten wird die Entwicklung beim Blick zurück auf das Jahr 2000. Da waren es „nur“ 116. Inzwischen ist die Diagnose einer psychischen Erkrankung die zweithäufigste Ursache für eine Krankschreibung. Die meisten Ausfalltage erfolgen aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen. Rang drei belegen Atemwegsprobleme.

„Es gibt nicht nur die eine Ursache für eine psychische Erkrankung. Sie kann durch zunehmenden Druck bei der Arbeit oder durch Arbeitslosigkeit entstehen. Das geschieht gerade bei einem Alter ab 40 aufwärts. Das kann aber auch private Gründe haben. Inzwischen verstecken Arbeitnehmer psychische Überlastungen auch nicht mehr hinter somatischen Erkrankungen. Burnout ist salonfähiger geworden“, erklärt Dr. Quakulinski-Berninghoff. Dabei fallen die Betroffenen oft sehr lange aus. Auch das zeigt die Statistik auf: 3,6 Prozent der Erkrankungsfälle sind für 44,6 Prozent der Fehltage verantwortlich – das sind dann 43 Tage und mehr.

„Die Versorgung der Patienten ist aufgrund der mangelnden Fachkräfte katastrophal. Oft dauert es viel zu lange bis zum ersten Termin“, betont Dirk Heppe. Daher sei es sehr wichtig, betroffenen Mitarbeitern mit betrieblichem Gesundheitsmanagement frühzeitig zu helfen, auch bei Wiedereingliederungsmaßnahmen.

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