"Vorwürfe haben sich nicht bestätigt"

Ermittlungsverfahren gegen DRK Lüdenscheid eingestellt

Ein Jahr nach der Durchsuchung: Aufatmen im DRK-Heim.

Lüdenscheid - Erleichtertes Aufatmen beim Deutschen Roten Kreuz (DRK): Staatsanwaltschaft und Zollbehörde haben sämtliche Ermittlungsverfahren gegen Geschäftsführer Gerd Tolksdorf und drei seiner hauptamtlich Beschäftigten im DRK-Heim an der Hochstraße fallen gelassen. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Dr. Gerhard Pauli gegenüber den LN. „Die Vorwürfe waren relativ unspezifisch und haben sich nicht bestätigt.“

Die Zollfahnder hatten vor einem Jahr bei einer überraschenden Durchsuchung an der Hochstraße Computer und Aktenmaterial beschlagnahmt. Der Anfangsverdacht gegen die Verantwortlichen des DRK lautete unter anderem auf Begünstigung der Schwarzarbeit, Verstöße gegen das Personenbeförderungsgesetz, Unterschlagung medizinischer Hilfsmittel oder Tankbetrug. Im Laufe eines Jahres stellten die Strafverfolger ihre Ermittlungsverfahren Zug um Zug ein. Dr. Pauli: „Wir haben alles Mögliche untersucht. Es hat sich alles nicht bestätigt.“

Anzeige eines ehemaligen Bediensteten

Die Strafanzeige gegen die DRK-Funktionäre kam von einem ihrer ehemaligen Bediensteten, der den Strafverfolgungsbehörden allerdings „nicht unbekannt“ ist, wie Dr. Pauli sagt. Möglicherweise ging es um die Begleichung „alter Rechnungen“ in der hart umkämpften Branche der Kranken- und Behindertentransporter.

"Sehr nervenaufreibend"

Gerd Tolksdorf sagt, er sei nach Bekanntwerden der Ermittlungen „erstmal geschockt“ gewesen und habe sich „auch Gedanken über eigene Fehler“ gemacht. Vor einem Jahr stellte er jedoch im LN-Gespräch bereits fest: „Wir haben uns nichts vorzuwerfen.“ Das Präsidium habe hinter ihm gestanden. Dennoch, so Tolksdorf weiter, sei vor allem die Dauer der Ermittlungen für ihn „sehr nervenaufreibend“ gewesen.

Umdenken bei der Personalauswahl

Vor allem in der Praxis der Personalauswahl und der Einstellungen neuer Mitarbeiter hat nach der Durchsuchung ein Umdenken im DRK-Vorstand eingesetzt. Wie Gerd Tolksdorf bestätigt, habe es zeitweise „einen sehr großen Personalbedarf“ gegeben. „Wer kräftig genug war, hat einen Job gekriegt.“ Da seien auch Beschäftigte darunter gewesen, die mangels Qualifikation nur als Beifahrer tauglich waren. Nun werde mehr darauf geachtet, dass keine Punkte in Flensburg und keine Vorstrafen im Bundeszentralregister eingetragen sind. „Und wir werden vor allem in der Probezeit noch genauer hinschauen.“

Der Lüdenscheider Rechtsanwalt Arnd Katzke, der für das DRK außergerichtlich mit der zuständigen Staatsanwältin verhandelt hat, sagt, die Anzeige und die entsprechenden Nachforschungen hätten keinerlei konkrete und nachweisbare Daten erbracht. Insoweit sei die Einstellung des Verfahrens folgerichtig. „Wenn es keinen hinreichenden Tatverdacht gibt und keine Verurteilung zu erwarten ist, muss das Verfahren eingestellt werden!“

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