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Ermittlungen gegen Ex-Landrat Gemke eingestellt: Untreue-Verdacht ist vom Tisch

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Von: Olaf Moos

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Thomas Gemke Landrat Video
Die Hagener Staatsanwaltschaft hat das Ermittlungsverfahren rund um ein umstrittenen Videofilm zum Abschied des Ex-Landrats Thomas Gemke eingestellt. © Youtube/Screenshot

Länger als ein Jahr nach Beginn der Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue gegen den ehemaligen Landrat des Märkischen Kreises, Thomas Gemke, hat die Staatsanwaltschaft Hagen das Verfahren nun eingestellt.

Märkischer Kreis - Damit sind die Vorwürfe um einen 3650 Euro teuren Videofilm, den Gemke auf Kosten der Steuerzahler als Ersatz für eine große Abschiedsgala hat drehen lassen, vom Tisch.

In einem Brief an den Lüdenscheider Franz-Josef Hardebusch, der unabhängig von der Aufnahme der Ermittlungen der Anklagebehörde Strafanzeige gegen Gemke erstattet hatte, teilt der ermittelnde Staatsanwalt mit, es bestehe „kein hinreichender Tatverdacht“ wegen einer Straftat. Eine „strafrechtlich relevante pfllichtwidrige Verletzung des haushaltsrechtlichen Gebots der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit“ liege nicht vor.

Weil das Video als „kostengünstigerer Ersatz für die ausgefallene Feier in Auftrag gegeben wurde“, bestehe „kein krasses Missverhältnis“ zwischen dem Zweck der Verabschiedung und den Kosten für das Video, heißt es in dem Brief aus Hagen weiter. Zudem gebe es keine Anhaltspunkte dafür, dass die Herstellungskosten für das Video die marktüblichen Preise für einen professionell erstellten Film überstiegen. „Auch die Bezirksregierung Arnsberg hat im Rahmen einer kommunalaufsichtsrechtlichen Prüfung Rechtsverstöße nicht festgestellt.“

Für Franz-Josef Hardebusch klingt die Argumentation des Staatsanwalts „verworren“. Im Gespräch mit unserer Redaktion sagt der Lüdenscheider: „Ich frage mich, warum ich sowohl privat als auch beruflich ehrlich durchs Leben gegangen bin. Ich verliere den Glauben an diesen Staat.“

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