Zwei Freunde im Gespräch

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Professor Erich Reusch spricht mit Klaus Crummenerl über Kunst.

Lüdenscheid - Die architektonischen Eingriffe des Bildhauers Erich Reusch in den öffentlichen Raum sind mitunter kaum als Kunstwerke erkennbar. Und auch seine oftmals abstrakten Formen aus gerostetem Stahl nimmt man erst auf den zweiten Blick wahr – wie beispielsweise seine Plastik aus Corten-Stahl am Gebäude der Stadtwerke, immerhin mehr als zwölf Meter lang und knappe vier Meter hoch.

Blickt man zurück auf das Ende der 60er-Jahre, so scheinen seine Experimente mit der Elektrostatik ungewöhnlich. Reusch errichtete Glasvitrinen, die Graphitstaub enthielten. Wenn der Besucher die Glaswände berührt, bewegt sich der Staub. Ungewöhnlich das eine, außergewöhnlich das andere: Erich Reusch schenkte der Städtischen Galerie einen „Reusch“ zur Ausstellungseröffnung.

Zwei Vormittage verbrachte der 90-Jährige damit, vor Ort auf einer Fläche von 16 Quadratmetern ein Bild zu schaffen. Besucher der Ausstellung „Reusch – Werke 1935 -2015“ können den Entstehungsprozess dieses Werkes anhand eines Videos nachvollziehen.

Man muss sich auf das Denken eines der bedeutendsten Bildhauer unserer Zeit einlassen und sehr fein zuhören, will man verstehen, was Reusch mit seiner Kunst sagen will. Klaus Crummenerl, exzellenter Kenner der Arbeiten Reuschs, wird am Freitag, 21. August, im Foyer der Städtischen Galerie an der Sauerfelder Straße ein öffentliches Gespräch mit dem Kunstprofessor führen.

Beide verbindet eine schon lange währende Freundschaft. Die Zuschauer dürfen sich an diesem Abend auf ein kurzweiliges, interessantes Gespräch freuen. Beiden Persönlichkeiten verdankt die Stadt Lüdenscheid insbesondere im Kulturbereich viel: Erich Reusch mehrere seiner bildhauerischen Arbeiten und Klaus Crummenerl, dass Kunst im öffentlichen Raum der Stadt überhaupt ihren Platz bekommen hat und diesen behaupten kann.

Das Künstlergespräch mit Professor Erich Reusch und Klaus Crummenerl beginnt um 19 Uhr, der Eintritt ist frei. Die Ausstellung selbst wird noch bis zum 20. September zu sehen sein, jeweils mittwochs bis sonntags von 11 bis 18 Uhr. In regelmäßigen Abständen werden öffentliche Sonntagsführungen angeboten, der Eintritt in die Ausstellung ist frei, die Teilnahme an einer öffentlichen Führung kostet drei Euro.

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