Projekt der Schule an der Höh und der Lebenshilfe für Schüler mit geistiger Behinderung

Erfolgreicher Start der „Wohnschule“

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Schulleiter Jürgen Rittinghaus, Gerd Wenzel (Berufspraxisstufen-Leiter), Rainer Frutig (Klassenlehrer der Berufspraxisstufe) , sowie Sven Sieburg und Dennis Besler von der Lebenshilfe sind von dem neuen Projekt Wohnschule begeistert.

Lüdenscheid - Die ersten zwei Schüler der Berufspraxisstufe der Schule an der Höh haben das Projekt „Wohnschule“ erfolgreich absolviert. In einer kleinen Wohnung im Untergeschoss der Lebenshilfe-Wohnstätte an der Hotopstraße können Schüler mit geistiger Behinderung neuerdings für maximal vier Wochen eigenständiges Wohnen ausprobieren.

Das Gemeinschaftsprojekt der Schule an der Höh und der Lebenshilfe wird finanziert durch die Stiftung Lebenshilfe und den Förderverein der Schule an der Höh. Einen staatlichen Schulabschluss gibt es an der Schule an der Höh nicht.

„Das Ziel der schulischen Förderung liegt darin, die Menschen mit geistiger Behinderung auf ein selbstständiges Leben und die Arbeitswelt vorzubereiten“, fasst Schulleiter Jürgen Rittinghaus zusammen. So gab es schon in der Vergangenheit die Möglichkeit, im Neubaubereich der Schule klassenweise in einer Einliegerwohnung zu übernachten. Hier geht es nicht um Mathe, Deutsch oder Biologie, sondern darum, Dinge des täglichen Lebens zu lernen. Wie gehe ich einkaufen, wann und auf welchen Temperaturen muss meine Wäsche gewaschen werden? Umgang mit Geld ist auch ein großes Thema.

Eine Steigerung dieses Kurzzeitwohnens gibt es nun im Wohnheim. Nach einem Jahr Planungsphase galt es Eltern zu finden, die den Mut haben, ihre geistig behinderten Kinder loszulassen und ins Leben zu entlassen. Stundenweise werden die Berufspraxisschüler von Lehrern oder Mitarbeitern der Lebenshilfe betreut und für den Weg in ein eigenständiges Leben angeleitet.

„Das ist eine Erfahrung, die wir im geschützten Raum Schule gar nicht bieten können“, erläutert Gerd Wenzel, Berufspraxisstufen-Leiter. „Nichts ist so fördernd und fordernd wie das echte Leben“, sagt Rainer Frutig, Klassenlehrer der Berufspraxisstufe, der die beiden jungen Männer auf ihrem ersten eigenständigen Lebensabschnitt begleitet hat.

Auch Sven Sieburg und Dennis Besler von der Lebenshilfe sind von dem Projekt begeistert. „Hier bekommen die jungen Menschen so viel Unterstützung wie nötig, aber so wenig Betreuung wie möglich.“

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