Erfindung macht Dixi-Klo standfest gegen Randalierer

Um die Toilettenhäuschen für ihre Busfahrer vor dem Umstürzen durch Vandalen zu schützen, gab die MVG bei Firma Rump eigens entworfene Fundamente in Auftrag.

LÜDENSCHEID - Lüdenscheider Firmen sind für ihren Erfindungsreichtum bekannt, und nicht nur Autozulieferer oder Elektrohersteller werben gern mit ihren Innovationen. Ganz leise dagegen wurde eine Lüdenscheider Entwicklung im Jahr 2008 eingeführt, die stille Örtchen vor Vandalismus schützt: Das Bauunternehmen Rump gießt im Auftrag der MVG Beton-Fundamente, die Dixi-Klos unumstößlich machen sollen.

Das Umschmeißen der Toilettenhäuschen war für die MVG ein echtes Problem, wie Verkehrsmeister Thomas Funk erläuterte. „Wir brauchen diese mobilen WC‘s für Busfahrer, an deren Haltestellen es in erreichbarer Nähe keine öffentliche oder sonstige Toilette gibt.“ Gerade an den entlegenen Haltepunkten als Standorte für die Pausen des fahrenden Personals gebe es kein WC in der Nähe. Dort wird dann ein Dixi-Klo aufgestellt. Die kleinen Häuschen erwiesen sich jedoch als bevorzugtes Ziel jugendlicher Zerstörungswut: Sie wurden alle naselang umgekippt und waren für die Fahrer nicht mehr zu benutzen. So kam man die MVG auf die Idee, die Klos mit Fundamenten gegen Umstürze zu sichern.

Für Firma Rump war das Gießen von Blöcken, die den Dixi-Böden angepasst sind, kein Problem, wie Diplom-Ingenieur Michael Träger auf LN-Anfrage berichtete. „Wir haben zunächst ein halbes Dutzend hergestellt, und jetzt gibt es immer wieder Nachbestellungen. Das letzte Häuschen wurde gerade in Plettenberg aufgestellt.“

Trotz der pfiffigen Idee ist das Dixi-Problem der MVG noch nicht ganz gelöst, wie Prokurist Peter Bökenkötter bestätigte. Am Lüdenscheider Bahnhof zum Beispiel sei nicht die Standfestigkeit der Häuschen das Problem, sondern der hohe Verschmutzungsgrad. Deshalb seien die Busfahrer hier gehalten, die öffentliche Toilette im Eingang des nahen Polizeigebäudes zu benutzen. Auch Fahrgäste machen gelegentlich davon Gebrauch.

Wirklich störend für die Abläufe bei den Ordnungshütern ist das nicht, sagte Inspektionsleiter Bernd Scholz. Trotzdem hoffe er, dass es bald den Neubau am Gleis gibt, in dem die Stadt Warteräume und Toiletten für Fahrgäste von Bussen und Bahnen einrichten will. Auch die Randalierer geben trotz der Dixi-Fundamente nicht auf. Am Dickenberg haben sie ein WC-Häuschen abgefackelt.

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