Erdgas-Tankstelle soll heute in Betrieb gehen

Horst Schneider (l.) und Martin Poß wollten gestern an der Werdohler Landstraße Erdgas tanken. Doch noch funktionierte die Anlage nicht. Heute soll‘s aber klappen.

LÜDENSCHEID ▪ Martin Poß ist grundsätzlich ein optimistischer Mensch. Daher schaffte er sich 2006 auch zwei mit Erdgas betriebene Opel Combo für seinen Installations- und Heizungsbetrieb an, im Vertrauen darauf, dass die Stadtwerke – wie zunächst angekündigt – eine Erdgas-Tankstelle installieren.

Doch daraus wurde nichts. Die Fusion mit Mark E kam dazwischen. 2009 trat die inzwischen gebildete Sewag erneut auf die Bremse. Die wirtschaftliche Situation war diesmal der Auslöser. So musste der Lüdenscheider nach Plettenberg fahren, um die umweltfreundliche Energie zu nutzen. „Eigentlich ja wohl auch nicht der Sinn der Sache“, ärgerte sich Poß, dass eine Kreisstadt nicht einmal eine Erdgas-Tankstelle vorweisen konnte. Die Zukunft liege doch in alternativen Energien.

In der vergangenen Woche frohlockte er aber, ebenso Horst Schneider, aktiv im Umweltbeirat und seit eineinhalb Jahren überzeugter Erdgas-Autofahrer und Experte auf dem Gebiet. Am Standort der Aral-Tankstelle an der Werdohler Landstraße hatte die Eon Gas Mobil, eine Tochter der Eon-Gas Ruhrgas, eine Erdgas-Tankstelle installiert. „Da tanken wir doch gleich mal“, freuten sich die beiden. Doch nichts ging gestern. Auf LN-Anfrage erklärte Kai Krischnak, Sprecher des Unternehmens, er bedauere die Verzögerung. Ursache sei ein bisher noch nie aufgetretener Fehler in der Elektronik der Zapfsäule. Dies habe dazu geführt, dass die Eichung des Messwerks an der Zapfsäule, die für die öffentliche Betankung erforderlich ist, nicht habe vorgenommen werden können. Heute werde dies erfolgen, anschließend könne die Anlage in Betrieb gehen. „Das glaube ich erst, wenn ich da zum ersten Mal getankt habe“, bleiben nach leidvoller Erfahrung Zweifel bei Martin Poß.

Horst Schneider führt Österreich ins Feld, wo es doppelt so viele Erdgas-Tankstellen gebe wie in Deutschland und bei der Zulassung eines Erdgas betriebenen Autos 800 Euro Zuschuss gezahlt würden. „Die sind wegweisend.“ Und Martin Poß erzählt von einer Reise in sein geliebtes Berchtesgaden, wofür er gerade einmal 91 Euro für 1500 Kilometer Fahrleistung berappen musste – erste „Tanke“ demnächst hoffentlich in Lüdenscheid.

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