Phänomenta: Erdbeben der Stärke Zwieback

Bei den „Küchenexperimenten“ war der Andrang der Besucher besonders groß.

Lüdenscheid - Mit einer starken Mischung aus interessanten Themen und mehr als 130 verblüffenden Experimenten aus Naturwissenschaft und Technik hat der Wissenstag für Kinder am Sonntag die Besucher der Phänomenta in seinen Bann gezogen. Der „naseweis!“-Tag, eine Kooperation mit dem Kinderradiokanal des Westdeutschen Rundfunks, fand bereits zum sechsten Mal statt.

Im Saal des Lichts begrüßte Radiomoderator Ralph Erdenberger die vielen kleinen und großen Teilnehmer, die bereits um 11 Uhr den Weg in das interaktive Museum gefunden hatten, und sagte den ersten Vortrag an. „Wir haben Menschen eingeladen, die ganz viel wissen und an der Universität lehren. Heute sind sie nur für euch da“.

Eigentlich sollte der bekannte Buchautor Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer die Vorlesungsreihe der Kinderuni eröffnen. Doch der Mediziner musste kurzfristig absagen und wandte sich mit einer persönlichen Grußbotschaft an die Zuhörer. Mit Wissenschaftsjournalist und Buchautor Joachim Hecker hatten die Organisatoren allerdings einen unterhaltsamen Ersatz gefunden. Er ging der Frage nach, warum das Knuspergeräusch beim Verspeisen eines Schokoriegels den Hunger des Konsumenten noch anheizt.

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Darüber hinaus gab es noch Workshops zum Thema Luft, Vulkane und Elektromobilität. Zum ersten Mal beteiligte sich die Ingenieurkammer - Bau NRW mit der „Leonardo-Brücke“ an dem Wissenstag. Aus 21 Holzbalken musste ein Team ein funktionierendes Bauwerk ohne die Hinzunahme von Hilfsmitteln, wie Seilen oder Nägeln errichten. In den vergangenen sieben Jahren haben bereits 35000 Menschen das Experiment gemeistert.

Um dies zu veranschaulichen, hielt sich Joachim Hecker einfach mal ein Stethoskop an die Schädeldecke und verstärkte den Ton über ein Mikro. Das Ergebnis: „Ein Erdbeben der Stärke Zwieback“. Die Erklärung hierfür ist, dass der Kopf den Klang leitet. Zuvor hatte der Referent vier Kinder auf die Bühne geholt und jedes von ihnen Chips, Kekse und einen trockenen Zwieback essen lassen. Durch den Klang des Knabberns wird der Mensch dazu animiert, noch mehr zu essen. „Das muss mit dem Steinzeitmensch oder den Dinosauriern zu tun haben“, so Joachim Hecker. Die Lebensmittelindustrie macht sich dies zu Nutze, indem sie das Geräusch des Essens bewusst optimiert. Interessant auch zu erfahren, dass der menschliche Körper zu Hochform aufläuft, wenn es darum geht, den eigenen Schwerpunkt auszubalancieren. Maschinen könnten dies nur sehr eingeschränkt. „Die Wissenschaftler haben 30 Jahre dafür gebraucht, um Roboter auf den Stand eines Kleinkindes zu bringen“, so Buchautor Hecker.

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