Elf Tote in Hanau

Entsetzen im MK über Terror-Akt: Dzewas verurteilt Morde, Polizeisprecher erklärt Ablauf

Tote durch Schüsse in Hanau
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Tote durch Schüsse in Hanau. Vieles deutet auf ein rechtsradikales Motiv hin. 

Lüdenscheid – Der Terrorakt in Hanau mit elf Toten hat auch im Märkischen Kreis Trauer und Bestürzung ausgelöst. Dieter Dzewas, Bürgermeister von Lüdenscheid, sagt: "Wir stehen an der Seite von Hanau". 

Elf getötete Menschen und eine mögliche fremdenfeindliche Motivation: Nach der Gewalttat eines 43-jährigen Mannes in einer Shisha-Bar sowie einem Kiosk im hessischen Hanau ist die Anteilnahme mit den Opfern groß.

Im Laufe des Tages verdichteten sich die Hinweise auf eine rassistische Gesinnung des Täters, der Generalbundesanwalt hat die Ermittlungen aufgenommen. „Natürlich verfolgen auch wir die Entwicklungen – nicht zuletzt vor dem Hintergrund, ob auch in unserem Bereich die Sicherheitsvorkehrungen angepasst werden müssen“, machte Polizeisprecher Dietmar Boronowski am Donnerstag auf Anfrage deutlich. 

Dies sei dann der Fall, wenn es konkrete Hinweise darauf gebe, dass es sich nicht um einen Einzeltäter, sondern um eine mögliche Terrorzelle handelt – mit Verbindungen nach Nordrhein-Westfalen und weiter bis in den Märkischen Kreis. 

„Dann gäbe es für uns einen Hinweis des Innenministeriums mit entsprechenden Handlungsempfehlungen.“ Dies sei beispielsweise der Fall, wenn es Anschläge auf Moscheen oder Synagogen gegeben hatte. „Dann werden Schutzmaßnahmen ergriffen und beispielsweise häufiger Streifen gefahren.“ Solch einen Hinweis hat es bis zum Donnerstagmittag jedoch nicht gegeben: „Solange es sich noch um Mutmaßungen handelt und nichts bestätigt ist, warten wir ab“, sagte Boronowski.

Bürgermeister Dieter Dzewas verschickt Kondolenzschreiben nach Hanau

Bürgermeister Dieter Dzewas äußerte sich am Mittag mit deutlichen Worten zu den Morden von Hanau: „Wir als Stadtgesellschaft stehen solidarisch an der Seite der von den Morden in Hanau betroffenen Familien, Angehörigen und Freunden. Und selbstverständlich stehen wir an der Seite der Stadt Hanau." Er setzte noch gestern ein Kondolenzschreiben an Claus Kaminsky, Oberbürgermeister der Stadt Hanau, auf. 

"Die Morde und der Terror von Hanau zeigen wieder einmal überdeutlich, wohin übersteigerter Nationalismus und Rassismus verblendete Täter führen können. Diese bringen unendliches Leid über Familien, Angehörige und Freunde der Opfer und wollen damit unser demokratisches Gemeinwesen systematisch unterhöhlen und zerstören", sagt Dzewas. 

Dieter Dzewas, Bürgermeister von Lüdenscheid.

Dagegen helfe nur das konsequente Handeln des Rechtsstaates. Sollten dessen Instrumente im Kampf gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit nicht ausreichend sein, müsse hier laut Dieter Dzewas gegebenenfalls nachjustiert werden.

Dzewas weiter: "Noch wichtiger sind das Zusammenstehen aller demokratischen Kräfte und die bürgerliche Zivilcourage, die immer dann gefragt ist, wenn Rassismus sich im Alltag zeigt". 

Öffentliche Mahnwache am Freitag, 18 Uhr, in Lüdenscheid

Der Integrationsrat der Stadt lädt zu einer öffentlichen Mahnwache für die Opfer aus Hanau ein. Die Veranstaltung auf Initiative von SPD-Ratsvertreterin Sandra Manß, stellvertretende Vorsitzende des Integrationsrates, wird am Freitag um 18 Uhr auf dem Rathausplatz stattfinden.

Elf Menschen tot: Die Chronologie der Ereignisse von Hanau - und was wir wissen und was nicht

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