„Wie eine wilde Kippe behandelt“

STL entfernt und entsorgt hunderte Zirkus-Plakate: Schausteller sauer - Stadt auch

+
Der Moskauer Zirkus gastierte am Wochenende in Lüdenscheid. 

Lüdenscheid – Das Gastspiel des Moskauer Zirkus auf dem Schützenplatz am Loh ist beendet, wirkt aber nach. Die Zirkusmitarbeiter sind sauer, weil ihre Plakate entfernt wurden. Die Stadt hatte durchgegriffen. 

Nachdem Tourbegleiter Tino Frank das Entfernen von Ankündigungsplakaten durch die Stadt beklagt hatte, kontert die Stadt auf Nachfrage unserer Zeitung mit den bekannten Regeln für solche Fälle. 

Der Zirkus habe sich nicht um eine Genehmigung gekümmert, noch nicht einmal nachgefragt, sagt Dieter Rotter, zuständiger Fachdienstleiter Bauservice. Stattdessen seien schätzungsweise mehrere hundert Plakate, auch kleinere Formate, aufgehängt und geklebt worden – „an Buswartehallen, Verteilerkästen und sogar an MVG-Fahrplaninformationen“. 

Daraufhin habe man den Zirkus kontaktiert, das hier übliche Verfahren erläutert und einen Termin zur Antragstellung und Zahlung der Gebühr (300 Euro für die Genehmigung, 200 Euro Kaution) vereinbart. Rotter: „Weder an diesem Termin noch später ist ein Vertreter des Zirkus erschienen oder hat sich mit der Kollegin in Verbindung gesetzt. Insofern ist auch kein Antrag gestellt und keine Genehmigung erteilt worden.“ 

Die Folge: Der STL bekam den Auftrag, die ungenehmigten Plakate möglichst zu entfernen. Diesen Auftrag habe man auch sofort und gründlich ausgeführt, bestätigt der stellvertretende STL-Chef Andreas Fritz. Die illegal angebrachten Plakate habe man „wie eine wilde Kippe behandelt“: „abgenommen und sofort entsorgt“. 

Einige der kleineren Din-A4-Plakate hängen noch und müssen jetzt nach und nach per Hand entfernt werden. Der Zirkus habe auch schon in Iserlohn für etwas Stress gesorgt, weiß Dieter Rotter. Üblicherweise riefen Zirkusunternehmen ein paar Wochen zuvor an, bevor sie in eine Stadt reisten, und informierten sich über Vorgehensweisen: „Seriöse Unternehmen halten sich an die Spielregeln.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare