Rekord-Geschäftsjahr

Mehr als 1.000 Mitarbeiter: Enervie schüttet Millionen-Dividende aus

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Die Stadtwerke Lüdenscheid (Foto: Verwaltungssitz an der Lennestraße) gehören zur Enervie-Gruppe.

Hagen – Die Enervie AG mit Sitz in Hagen hat im vergangenen Jahr ihre wirtschaftliche Talsohle nicht nur weiter hinter sich gelassen, sondern nach eigenen Angaben den besten Jahresabschluss seit ihrer Gründung erzielt. Jetzt aber ziehen mit der Coronakrise dunkle Wolken auf.

Vorstandssprecher Erik Höhne: „Erneut haben gute, stabile Beiträge der Geschäftsfelder Vertrieb und Netz ebenso wie Sondereffekte zu einem insgesamt sehr positiven Jahresergebnis beigetragen.“

Die Coronakrise, betont Höhne, fordere bei den Unternehmen der Enervie-Gruppe neben einem besonderen Einsatz für die sichere Versorgung mit Strom, Gas und Trinkwasser einen Perspektivwechsel: „Wir werden die Auswirkungen der Rezession bei unseren Kunden spüren und daraufhin auch unsere Strategie anpassen müssen. Zurzeit arbeiten wir mit Hochdruck daran, in der derzeitigen Krisensituation alle Aufgaben der Daseinsvorsorge zu erfüllen. Wir sind für die Herausforderung gewappnet, auch bei sich verschärfenden Quarantäne-Bedingungen die Versorgung zuverlässig aufrecht zu halten.“

Das Geschäftsjahr 2019: Die Zahlen

Im Geschäftsjahr 2019 erzielten die Unternehmen der Enervie-Gruppe bei einem etwa gleichbleibendem Umsatz von rund 932 Millionen Euro (2018: 931 Millionen Euro) ein Ergebnis vor Steuern von 43,4 Millionen Euro (2018: 40,2 Millionen Euro). Aufgrund der positiven Unternehmensentwicklung hat sich die Eigenkapitalquote weiter auf 27,0 Prozent (Vorjahr: 25,4 Prozent) verbessert. Der Vorstand schlägt vor, wie im Vorjahr eine Dividende in Höhe von acht Millionen Euro an die Aktionäre, zu denen die Stadt Lüdenscheid mit einer Beteiligung von 24,1 Prozent gehört, auszuschütten.

Die Enervie-Gruppe lieferte für die Versorgung der fast 400 000 Energiekunden sowie Energiehandelspartner mit den Tochtergesellschaften Mark-E und Stadtwerke Lüdenscheid im Jahr 2019 rund 5,7 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom (Vorjahr: 6,4 Miliarden kWh), 5,2 Milliarden kWh Gas (Vorjahr: 5,2 Milliarden kWh), 55 Millionen kWh Wärme (Vorjahr: 51 Millionen kWh) und 17,8 Millionen Kubikmeter Trinkwasser (Vorjahr: 17,6 Millionen Kubikmeter).

Absatz- und Erlösentwicklungen

Der Stromabsatz im Enervie-Konzern hat sich 2019 im wesentlichen aufgrund eines gesunkenen Handelsvolumens um elf 11 Prozent verringert. Dagegen ist der Gasabsatz in etwa gleichgeblieben, die Trinkwasser- und Wärmeabgabe an Endverbraucher hat sich gegenüber 2018 leicht erhöht. Die Trinkwasserversorgung war dabei trotz des zweiten aufeinanderfolgenden trockenen Sommers jederzeit sichergestellt.

Enervie Vernetzt investiert stark

Die Netzgesellschaft Enervie Vernetzt hat wieder einen wichtigen Ergebnisbeitrag geleistet. Im Jahr 2019 investierte das Unternehmen insgesamt rund 20 Millionen Euro in den Ausbau der Strom-, Gas- und Wassernetze. Mit der Stadt Meinerzhagen verlängerte Enervie Vernetzt im Dezember 2019 die Konzession für das Stromversorgungsnetz um weitere 20 Jahre. Enervie Vernetzt wird bis 2023 rund 220 Millionen Euro in den Ausbau der regionalen Netzinfrastruktur investieren.

Weitere Einflussfaktoren

Weitere wesentliche Einflussfaktoren im Geschäftsjahr 2019 waren laut Enervie-Pressemitteilung die abgeschlossene Modernisierung, Erweiterung und Wiederinbetriebnahme des Pumpspeicherwerks (PSW) in Finnentrop-Rönkhausen (25 Millionen Euro Investitionsvolumen), eine stark verbesserte Einsatzbilanz des Gas- und Dampfturbinenkraftwerks Herdecke, der Ausbau der Ladeinfrastruktur im Rahmen des kommunalen E-Mobilitätskonzepts sowie die Entwicklung und Einführung innovativer Produkte.

Einen besonderen Fokus hat Enervie dabei, wie das Unternehmen schreibt, auf Wachstumsthemen im Rahmen der Energiewende in der Region gerichtet: So sei das Kommunale Energie-und Ressourcen-Netzwerk (Kern) für Südwestfalen weiterentwickelt und durch Bundesmittel gefördert. Zudem baut die Enervie-Gruppe derzeit ein innovatives Funknetz („LoRaWan“) auf, das neben internen Anwendungen auch die Basis für die „Smart City“ werden soll.

Auch der Ausbau der Erneuerbaren Energien in der Region stehe weiterhin auf der Agenda. Hier sorgten jedoch weiterhin „unklare gesetzliche Rahmenbedingungen und die anhaltende Diskussion zwischen Bund und Ländern“ für einen Investitionsstau. Insgesamt habe Enervie im Geschäftsjahr 2019 in der Region rund 163 Millionen Euro „Werte“ durch Investitionen, Beschäftigung, Dividende und Konzessionsabgaben/Steuern erzeugt.

Entwicklungen beim Personal

Zum 31. Dezember 2019 arbeiteten für die Enervie- Gruppe 1066 Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit. Damit hat sich die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um 20 Mitarbeiter erhöht. Begründet ist dies laut Enervie unter anderem durch erhöhte Ausbildungszahlen und den Aufbau von Mitarbeitern im Erzeugungsbereich und in Zukunftsfeldern wie Digitalisierung.

Auswirkungen der Coronakrise

Um der derzeitigen Krisensituation durch die Ausbreitung des Coronavirus zu begegnen, hat die Unternehmensgruppe unter anderem alle Handlungsfelder sowie Abläufe analysiert, angepasst und entsprechende Vorkehrungen getroffen. Dazu gehören zum Beispiel die Aktivierung der vorbereiteten Krisenpläne, Sicherheitsvorkehrungen für die Kunden und Belegschaft und „Mobiles Arbeiten“ im Homeoffice. „Insgesamt hilft die in dem guten Geschäftsjahr 2019 weiter gestärkte, solide wirtschaftliche Basis der Enervie-Gruppe, die anstehenden Herausforderungen der Corona-Krise zu meistern“, wirft Erik Höhne abschließend einen Blick in die Zukunft.

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