Endlich in Ausbildung: „Ich bin happy“

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Die 22-jährige Lüdenscheiderin Seyma Abut (l.), hier mit ihrer Chefin Bettina Gruhn, lernt dank des neuen Förderprojekts der Agentur für Arbeit ab 1. August im Vier-Sterne-Hotel Haus Kattenbusch Hotelfachfrau.

LÜDENSCHEID ▪ „Ich bin happy!“ Die 22-jährige Lüdenscheiderin Seyma Abut ist überglücklich, dass sie endlich einen Ausbildungsplatz hat – dank eines neuen Intensivförderprojekts der Agentur für Arbeit.

Am 1. August fängt Seyma Abut ihre Ausbildung zur Hotelfachfrau im Hotel Haus Kattenbusch auf der Kalve an. Bis dahin war es für sie ein weiter Weg. Nach ihrem Hauptschulabschluss absolvierte sie ein Jahr am Berufskolleg am Raithelplatz, bewarb sich immer wieder, erntete aber nur Absagen. Dann ging sie zu einer Zeitarbeitsfirma, arbeitete unregelmäßig als Produktionshelferin – „mal eine Woche im Monat, mal drei Wochen und mal bekam ich lange Zeit überhaupt kein Angebot“, erzählt die 22-Jährige. Ihr Motivation zu arbeiten sei immer mehr gesunken, dem reinen Frust gewichen.

"In Krisenzeiten Ungelernte als erste arbeitslos"

Damit sei sie in die Gruppe derjenigen gerutscht, die es am Arbeitsmarkt ungeheuer schwer habe, erklärte Reinhard Korte, Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit Lüdenscheid. „In Krisenzeiten werden die Ungelernten immer als erste arbeitslos.“

Projekt "Aktivierungshilfen für Jüngere"

Für diese schwer zu vermittelnde und oft noch schwerer zu motivierende Gruppe habe die Agentur Ende August 2009 das Projekt „Aktivierungshilfen für Jüngere“ ins Leben gerufen. Durchgeführt werde die jeweils maximal sechsmonatige Maßnahme vom Berufsbildungszentrum der Kreishandwerkerschaft Märkischer Kreis an der Wefelshohler Straße, erläuterte Korte gemeinsam mit Arbeitsvermittlerin Sandra Clever und Gudrun Jung-Malberg und Guido Dotter vom Berufsbildungszentrum.

"Maßnahme sehr teuer, aber es lohnt sich"

„Die Maßnahme ist sehr teuer, da betreut ein Ausbilder nur fünf angehende Auszubildende“, sagte Korte. Wie teuer, wollte er nicht sagen. „Aber es lohnt sich.“ Von 64 jungen Menschen ohne Berufsausbildung, die bisher die Maßnahme angetreten haben, hätten 26 eine Arbeit aufgenommen, acht eine Ausbildung und drei eine Umschulung.

Hoteldirektorin Bettina Gruhn ist sehr zufrieden mit ihrer neuen Auszubildenden. Nach zwei Monaten Praktikum habe sie ihr Anfang Juni den Ausbildungsvertrag vorgelegt. Diesen Tag wird Seyma Abut nicht vergessen: „Ich war überglücklich.“ ▪ wok

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