Die Enden der Stadt fransen immer mehr aus

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Einen trostlosen Anblick bietet das einstige Lederfachgeschäft Seuster. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Ein schöner Schaufensterbummel sieht anders aus. Statt auf verlockende Angebote unterschiedlicher Art blickt der geneigte Kunde gegen Papierwände, zertrümmerte und mit Werbung zugekleisterte Scheiben, heruntergelassene Rollos, die die einstigen Ladentüren verbarrikadieren und auf verschmutzte Eingänge.

Die Hochstraße und die darin übergehende Werdohler Straße am oberen Ende der Wilhelmstraße bietet keinen durchgehend schönen Anblick. Zu viele Leerstände bestimmen das Bild. Das einstige Deka-Haus an der Hochstraße schreit mit großer Schrift schon länger nach einem Mieter, etwas weiter rechts, wo einst das „Aquarium“ zu einem Drink einlud, ist eine zersplitterte Scheibe notdürftig verklebt, damit nicht das gesamte Glas aus dem Rahmen fällt. Alte und neue Werbung ist daneben und darüber angekleistert. Im zweiten Schaufenster hängt roter Stoff, soll wohl so einer Art Gardine sein.

Gleich neben dem Reidemeister setzt sich der Leerstand am Beginn der Werdohler Straße fort. Da ist ebenfalls eine Ladenfläche zu vermieten. Schräg gegenüber hat Leder Seuster inzwischen geschlossen. Das Haus soll nach LN-Informationen verkauft sein. Was dort folgt und wann, steht noch nicht fest. Schräg gegenüber bietet auch das Bistro Maxim einen trostlosen Anblick.

Bernhard Vasselai gehört das Haus an der Hochstraße 8 a. Er ärgert sich über das Nachbarhaus, das stufenlos in seins überläuft und immer mehr zu verkommen scheint. „Da muss mal was gemacht werden. Eigentum verpflichtet doch auch.“ Je länger der Zustand so bleibe, um so weniger Interessenten gebe es, ist er überzeugt.

Geschäftsfrau Christel Gabler fühlt sich in ihrem direkten Umfeld noch ganz wohl, aber: „Die Enden der Innenstadt fransen aus. Das ist die natürliche Folge des überdimensionierten Stern-Centers. Aber dennoch muss man froh sein, dass es nicht auf der grünen Wiese steht. Dann wäre es um die City noch ganz anders bestellt.“ - my

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