Ende für Kitas St. Hedwig und St. Georg beschlossen

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Die Kita St. Hedwig gehört zu den zehn Einrichtungen, deren Betrieb der „KiTa Zweckverband“ in den nächsten Jahren auslaufen lassen wird.

Lüdenscheid - Die katholischen Kitas St. Hedwig in Gevelndorf und St. Georg in Oberbrügge werden in den kommenden Jahren ihren Betrieb einstellen. Das hat der Verwaltungsrat des Kita-Zweckverbands in Essen am Montagabend beschlossen.

Insgesamt seien zehn der 270 Kindertageseinrichtungen im Bistum Essen betroffen. „Keine dieser Einrichtungen wird zum Sommer schließen“, betonte Peter Wenzel, Geschäftsführer des Kita-Zweckverbands, nach der Sitzung.

Vielmehr bedeute der Beschluss, dass der Betrieb in den betreffenden Kindertageseinrichtungen frühestens in zwei Jahren auslaufen werde. Die Einrichtungen würden daher keine neuen Kinder aufnehmen. Geschwisterkindern, die eine dieser Einrichtungen besuchen möchten, könne ein befristeter Vertrag angeboten werden.

„Eine solche Entscheidung fällt immer schwer, sie ist aber im Hinblick auf die Verantwortung, die wir gegenüber den zu betreuenden Kindern, ihren Eltern und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern tragen, unverzichtbar“, sagte der Vorsitzende des Verwaltungsrates, Propst Werner Plantzen. Laut Verwaltungsrat werde es keine betriebsbedingten Kündigungen geben, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – auch die befristet Beschäftigten – sollen innerhalb des Zweckverbands weiter beschäftigt werden.

Wie Andrè Westermann, Pressesprecher bei der Stadt Lüdenscheid, gestern auf LN-Anfrage erklärte, seien die Pläne des Bistums im Grundsatz bekannt und es seien bereits Gespräche zwischen dem Fachbereich und den Verantwortlichen des Zweckverbandes vorgesehen.

Das Gremium in Essen begründete seine Entscheidung mit der Nicht-Auskömmlichkeit der öffentlichen Finanzierung seiner Kindertageseinrichtungen. Auch wenn der Kita-Zweckverband ab dem 1. August 2016 mit zusätzlichen Landesmitteln rechnen könne, werde dies die finanzielle Schieflage nur lindern. Denn auch diese Mittel seien nicht auskömmlich gestaltet, auch sie deckten die Kosten nicht.

Der Kita-Zweckverband sei als kirchlicher Träger gegenüber anderen freien Trägern im Nachteil, erklärte Peter Wenzel. So müsse der Zweckverband einen Eigenanteil in Höhe von zwölf Prozent aufbringen, bei anderen freien Trägern liege er hingegen bei neun beziehungsweise vier Prozent. Oft würden diese Einrichtungen sogar noch zusätzlich von den Kommunen soweit finanziert, dass der eigene Trägeranteil nur ein Prozent betrage. Der effektive Eigenanteil des Kita-Zweckverbands betrage allerdings 16 Prozent. Einige Städte, die zum Ruhrbistum gehören, haben wegen der schwierigen Situation der kirchlichen Kitas ihren Zuschuss für diese Einrichtungen erhöht, dies geschieht jedoch nicht flächendeckend.

Der Verwaltungsrat sprach am Montag ausdrücklich von „ersten Maßnahmen“, die ergriffen werden müssten, um auf die schlechte Finanzlage zu reagieren. Weitere Maßnahmen würden darüber hinaus in Zukunft erforderlich sein.

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