Ende im Fall Druckerpatrone: Der „Honorige“ zahlt

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Lüdenscheid - Kein Urteil, keine Strafe, keine Klärung: Etwa ein Jahr lang haben der „honorige Kaufmann“ und eine geklaute Druckerpatrone aus dem Lüdenscheider Saturnmarkt die Justiz und Öffentlichkeit gleichermaßen beschäftigt. Nun hat die 5. Kleine Strafkammer des Hagener Landgerichts das Verfahren vorläufig eingestellt.

Von Olaf Moos

Der 70-jährige Angeklagte muss als Auflage 3000 Euro an die Staatskasse überweisen. Dafür hat er laut Strafprozessordnung sechs Monate Zeit. Erfüllt er die Auflage, ist der Fall erledigt. Das ist der Tenor eines Beschlusses, den die Vorsitzende Richterin Claudia Oedinghofen nach LN-Recherchen am Dienstag gefasst hat.

Voraussetzung war nach Worten von Landgerichts-Sprecher Jan Schulte das Einverständnis der Staatsanwaltschaft sowie des Angeklagten. Der, heißt es, habe die Möglichkeit einer Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Geldsumme schon weit vorher gehabt, sich jedoch mit dem Beharren auf seine Unschuld stets geweigert.

Woher der plötzliche Stimmungsumschwung rührt, darüber lässt sich nur spekulieren. Aus Justizkreisen ist zu hören, dass er die Überweisung des Geldes einer zwangsweisen amtsärztlichen Untersuchung vorgezogen hat. Die hatte die Richterin bereits angeordnet.

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